Samstag, Oktober 21

Auf meinen Streifzügen durch Europa konnte ich natürlich nicht am Stand von Italien vorbeigehen. Schließlich lebt dort ein Teil meiner Familie. Außerdem geht es in diesem Jahr im Herbst wieder nach “Bella Italia”.

Vielleicht kann ich da ja noch ein paar Reisetipps mitnehmen, die ich dann für Euch erkunde und hier näher vorstelle. Am Stand der Region Veneto habe ich mich bereits mit Info-Material eingedeckt.

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Mit Anouk Friess am Stand der Italienischen Zentrale für Tourismus.

Am Stand der Italienischen Zentrale für Tourismus habe ich dann Anouk Friess noch ein paar Fragen gestellt. Anouk arbeitet seit September 2013 bei der Italienischen Zentrale für Tourismus. Kennen und lieben gelernt hat sie Italien bei einem Auslandssemester an der Universität Bologna. Dabei hat sie die italienische Sprache und Lebensfreude der Italiener fasziniert und nicht mehr losgelassen, so dass sie nun auch im Beruf Italien immer nahe ist. Privat ist sie mindestens einmal im Jahr in Italien.

 

Nicolo: Was sind Deine TOP 5 Sehenswürdigkeiten in Italien?

Anouk: Italiens Hauptstadt Rom ist einfach ein Must-See: Wie in wohl keiner anderen Stadt der Welt ergänzen sich in Rom ganz harmonisch Zeugnisse der Vergangenheit und der Moderne. Ob man nun zum ersten oder bereits zum wiederholten Mal nach Rom kommt,  man kann sich dem Charme und Lebensgefühl dieser quirligen Metropole kaum entziehen.

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Das Kolosseum in Rom (Quelle: Fotothek ENIT)

Ein weiteres Highlight: Der Comer See. Er ist in der ganzen Welt wegen der herrlichen Villen und Gärten bekannt, die entlang des Seeufers vor beeindruckender Bergkulisse liegen. Sie machen seine Landschaft durch suggestive Ausblicke und üppige Gärten aus. Hier kann man einen entspannenden Aufenthalt in engem Kontakt mit der Natur erleben.

Außerdem: Die Trulli von Alberobello, in Apulien, die zu den 51 italienischen Stätten der Unesco World Heritage List gehören. Diese beeindruckenden, kegelförmigen Bauten findet man hauptsächlich im Itria-Tal zwischen den Provinzen von Brindisi, Bari und Taranto. Sie werden noch heute teilweise als Wohnhäuser genutzt.

Noch ein kleiner Geheimtipp: Die Region Marken verfügt über einen 180 km langen Küstenstreifen am adriatischen Meer mit langen Sandstränden und kleinen, felsigen Buchten mit Klippen und Palmen. Zum italienischen Sommer gehören auch die unzähligen Open-Air-Festivals, bei denen Musikliebhaber und Kulturbegeisterte auf ihre Kosten kommen. Das Ravello-Festival beispielsweise bietet mit seinem Veranstaltungsort in der Villa Rufolo an der Amalfiküste in Kampanien eine einzigartige Atmosphäre für Konzerte und vieles mehr.

Und nicht zuletzt die Cinque Terre in Ligurien: Historische, bunte Ortschaften, die sich an der Küste des Thyrrenischen Meers erheben. Terrassen voller Weinreben der exzellenten und weltweit bekanntesten Weine, das alles kennzeichnet die Cinque Terre aus.

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Tremezzo am Comersee. (Quelle:ENIT, APT del Comasco)

Nicolo: Dein Geheimtipp jenseits der ausgetretenen Tourismuspfade?

Anouk: Es gibt noch viele Orte in Italien, die es zu entdecken gilt. Ein Geheimtipp ist sicherlich noch die Stadt Matera in der Basilikata. Matera beeindruckt vor allem mit den jahrtausendealten Felsenkirchen und den Sassi. In den Fels gehauene Höhlen, die bis in die 1960er Jahre hinein bewohnt waren. 1993 wurden die Sassi von Matera in die Weltkulturerbeliste der UNESCO aufgenommen. Im Jahr 2019 wird Matera „Europäische Kulturhauptstadt 2019“. Zahlreiche Initiativen und Veranstaltungen werden Besuchern in diesem Rahmen geboten.

Nicolo: Was ist Dein italienisches Lieblingsessen?

Anouk: Hier kann ich mich einfach nicht festlegen: Italiens Küche zählt weltweit zu den beliebtesten überhaupt. Eine kulinarische Erlebniswelt erwartet Reisende in Italien. Die Küche, die sich in Italien sehr variantenreich zeigt, hat eins gemein: Überall wird mit frischen lokalen Produkten zubereitet. Übrigens ein Grundsatz der Slow-Food-Bewegung. Sie entstand in Italien in den 80er Jahren als Gegenbewegung zum Fast-Food. Ihr Zentrum ist die Universität der gastronomischen Wissenschaften in Pollenzo (Piemont).

Jede Region hat ihre ganz eigenen Spezialitäten und Gerichte: Trüffel in Umbrien und Piemont, Käse- und Wurstspezialitäten wie z.B. aus der Emilia-Romagna, Pesto nach ligurischer Tradition oder sizilianische Gaumenfreuden mit arabischen Einflüssen. Die kulinarische Vielfalt ist enorm und basiert immer auf ursprünglichen Erzeugnissen, oftmals mit geschützter Herkunftsbezeichnung (DOP-Produkte).

Natives Olivenöl, regionales Gemüse und fangfrischer Fisch, feste Bestandteile der italienischen Küche, fördern nachweislich die Gesundheit. Sie gehören zu den Basisprodukten der so genannten Mittelmeerdiät, die die UNESCO zum Welterbe erklärt hat.

Zu einem jeden Essen gehört auch guter italienischer Wein. So werden von Nord nach Süd die unterschiedlichsten Reben angebaut. Kräftige Rotweine, frische Weißweine und spritziger Prosecco. Die Weinstraßen Italiens mit ihren Weinkellern sind für viele regelrechte Pilgerziele, für die man einige Etappen einplanen sollte.

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Trulli in Alberobello. (Quelle: ENIT)

Nicolo: Wo gehst Du am liebsten Italienisch essen?

Anouk: Von einfacher bis gehobener Küche bieten italienische Restaurants raffinierte Speisen. So kann man wählen, ob man in den Trattorien, Osterien und Agritourismen, stilvoll renovierten Bauernhöfen, einkehren oder eine der typischen Sagren besuchen.

Bei diesen traditionellen Erntefesten stehen der Jahreszeit entsprechende lokale Erzeugnisse im Mittelpunkt, wie Kastanien, Trüffel,  Steinpilze, Schinken und natürlich auch der junge Wein. Die Produkte werden an Ständen zur Degustation und zum Kauf angeboten und oft beteiligen sich ansässige Lokale mit speziell abgestimmten Menüs.

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Cinque Terre an der Italienischen Riviera in Ligurien. (Quelle: ENIT, Agenzia Regionale In Liguria)

Nicolo: Was fasziniert Dich an Italien?

Anouk: Viele Italienliebhaber gibt es und viele glauben ihr Italien gut zu kennen. Dennoch ist das Land so abwechslungsreich und vielfältig, dass auch erfahrene Italienurlauber immer wieder Neues entdecken. Die rund 8.000 Kilometer lange Küste mit ihren langen Stränden und romantischen Buchten zieht nicht nur Wassersportler an. Sie ist mit ihren malerischen Badeorten Treffpunkt von Italienern und Touristen gleichermaßen.

Je nach Gusto laden die besonders für Familien geeigneten langen Sandstrände der oberen Adria zum Strandtag, genauso wie die Buchten zwischen den weißen Kalkfelsen des Conero in den Marken oder die naturbelassenen Strände der Naturparks wie die der Maremma in der Toskana. In vielen kleinen Ortschaften besonders in Mittelitalien gibt es stilvoll umgebaute Bauernhöfe, die entweder als Ferienhaus oder als bewirtschafteter Agritourismus dienen. Hier ist für jeden Geschmack etwas dabei!

Nicolo: Ein Satz, der für Dich Italien am besten beschreibt?

Anouk: Die größten Kunstschätze der Welt, die Wärme des Mittelmeers, zauberhafte Landschaften, kulinarische Genüsse und großartige Events.

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“I Sassi” (Tuffsteinhöhlen) in Matera. (Quelle: ENIT, Vito Arcomano)

Nicolo: Warum sollte ich Italien besuchen?

Anouk: 20 Regionen verteilen sich von den Alpen bis zum Stiefelabsatz und machen Italien zu einem abwechslungsreichen Reiseland: Auf fast 1.200 Kilometer Länge von Norden nach Süden wechselt die Landschaft vom Hochgebirge, über grüne Hügel und das Podelta zu den Küstenregionen, die von Tyrrhenischem Meer, Adria und Ionischem Meer umgeben sind.

Vom südlichsten Punkt Siziliens sind es nur noch gute 100 Kilometer bis Tunesien. Urlauber können wählen, ob sie lieber in die Berge und zu idyllischen Seen fahren, hügelige sonnenbeschienene Weinhänge und mittelalterliche Dörfer besuchen wollen, Kultur in einer der zahlreichen Kunststädte genießen möchten oder ans Meer fahren. Italien, das seit Goethe ein beliebtes Reiseziel für Deutsche ist, bleibt so ein abwechslungsreiches Urlaubsland, das mehr als nur eine Reise wert ist.

Nicolo: Vielen Dank für Deine ausführlichen Reisetipps in Italien. Vielleicht kann ich davon schon etwas auf meiner diesjährigen Italienreise im Herbst umsetzen.

Wer mehr über Italien als Reiseland wissen möchte, kann auf den Seiten der Italienischen Zentrale für Tourismus vorbeischauen. Demnächst steht auch etwas über meine Italienreisen auf meinem Reiseblog.

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