Donnerstag, Juli 19

Meine erste Station auf meiner Rundreise durch Latium und die Abruzzen ist Castel di Tora. Schon von Weitem sehe ich viele kleine Gebäude. Bis an die Spitze schmiegen sich die terracottafarbenen Häuser an den Hügel.

Castel di Tora gehört daher nicht umsonst zu den Borghi più belli d’Italia. Der malerisch gelegene mittelalterliche Ort liegt etwa eineinhalb Stunden Autofahrt vom Flughafen Rom entfernt.

Castel di Tora ist auf die gleiche Weise entstanden, wie so viele kleine Orte hier in der Region. Und genau das macht die kleinen Dörfer so pittoresk.

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Die Menschen haben sich im Laufe der Zeit auf den Hügeln niedergelassen. Von dort konnten sie sich gegen Räuber und ähnliches Gesindel besser verteidigen.

Nach und nach sind immer mehr Häuser hinzugekommen. So entwickelte sich eine kleine Siedlung. Schließlich wurden Wehrtürme und Stadtmauern errichtet. Die mittelalterliche Gemeinde auf dem Hügel war entstanden.

Traumhafter Blick über das Turano Tal und den Lago del Turano

An vielen Stellen sehe ich während meiner Rundreise auf Hügeln solche Gemeinden. Die Lage auf dem Hügel bietet mir als Besucher heutzutage einen wunderschönen Vorteil.

Der Blick von diesen Städten über die Region ist einfach traumhaft. Hier in Castel di Tora liegt der Turano See ruhig vor meinen Augen. Die umliegenden Hügel und Berge schrauben sich in den blauen Himmel.

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Ich mache einen kleinen Rundgang durch diese kleine Gemeinde. Enge Gassen und verwinkelte Wege ziehen sich durch den Ort. Mittlerweile sind viele jüngere Bewohner in moderne Häuser in die Ebene gezogen.

Dennoch ist hier auf dem Hügel reges Leben. Ein Alimentari versorgt die verbliebenen Bewohner mit dem Nötigsten. Und auch die traditionelle Bar, in der der Italiener seinen caffè zu sich nimmt, ist noch vorhanden.

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Geisterstadt Antuni

Auf der südlichen Seite der kleinen Gemeinde in Latium erblicke ich ein Gebäude auf dem gegenüberliegenden Hügel. Auch hier hatte sich Anfang des 11. Jahrhunderts ein kleiner Ort entwickelt, der aber eine tragische Geschichte hat. Die letzte Einwohnerin ist durch einen Blitzschlag verstorben.

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Seitdem ist der Ort Antuni, der früher Castelvecchio genannt wurde, unbewohnt. Nachdem er über Jahre verrottete, wird er nun mit öffentlichen Geldern restauriert. Entstanden ist bisher ein kleines Museum. Auch das Hauptgebäude ist wieder restauriert.

Leider ist der Ort nur mit einem Reiseführer und in einer Gruppe zu besichtigen. Ich hoffe, dass sich mehr Interesse an diesem Ort findet, so dass er in irgendeiner Form wieder belebt wird. Und sei es durch Touristen, die an diesem traumhaften Ort übernachten wollen.

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Colle di Tora

Nach meiner Besichtigung der beiden Ortschaften geht es auf die andere Seite des Lago del Turano – Colle di Tora. Das schönste an diesem Ort ist der Blick auf Castel di Tora, sagen die Einheimischen.

Daher bin ich froh, dass sich mit dem Turano Resort hier meine Herberge für die erste Nacht befindet. Habe ich doch so am Abend und am kommenden Morgen einen traumschönen Blick auf Castel di Tora.

Im Restaurant der Unterkunft gibt es aber erstmal ein schmackhaftes Fisch-Menu. Seefisch-Menu um genau zu sein. Denn mir wurden die Vorteile des Seefischs gegenüber des Meerfischs verdeutlicht.

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Mein Gaumen dankte es mir, dass ich hier den Seefisch aus dem Lago del Turano essen durfte. Festeres Fleisch mit weniger Wasser und einem leckeren Duft.

Nicht nur in der Nacht, sondern auch am nächsten Morgen bemerke ich einen weiteren Vorteil von Castel di Tora und des Turano Tals. Ruhe. Die Bergregion ist nur dünn besiedelt. See und Gebirge schlucken jedes Geräusch.

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Zudem wirkt sich der Staudamm aus. Durch das Staudamm-Programm, welches Benito Mussolini in den Jahren 1930 bis 1940 umsetzen ließ, liegt zu den Füßen der kleinen Gemeinde ein riesiger See.

Durch diesen See sind die landwirtschaftlichen Flächen in der Ebene verlorengegangen, so dass morgens nicht mal landwirtschaftlicher Verkehr zu hören ist. Eine traumhafte Stille liegt über dem Turano Tal.

Die Straße der Kastanien und des Trüffels

Ein Hinweis noch für Genießer. Durch die Region führt die Strada del Tartufo e della Castagna della Valle del Turano. An ihr liegen Orte, an denen der Gaumen durch Produkte verzaubert wird, die mit alter landwirtschaftlicher Tradition hergestellt werden.

Nachdem man beispielsweise im Naturreservat auf den Monti Carseolani, zwischen dem Lago di Turano und dem Lago del Salto, wandern war, kann man in einen dieser kleinen Orte einkehren und sich verwöhnen lassen.

Fazit meines Aufenthalts in Castel di Tora

Diese traumhafte Stille und die malerische Gegend machen Castel di Tora und das Turano Tal zu einem idealen Reiseziel für Wanderer und Radfahrer, denen die Natur wichtig ist. Ich weiß gar nicht mehr, wann ich das letzte Mal eine solche Ruhe genießen konnte.

Am nächsten Morgen geht es auf zu meinem nächsten Ziel in Latium: Subiaco.

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