Mittwoch, Mai 29

Immer wieder führt mich mein Reiseweg auch nach Frankreich. Meine erste Reise war mit 16 Jahren – mit dem örtlichen Sportverein nach Rochefort. Die Hauptstadt Paris habe bisher zwei Mal auf einem Wochenendtrip besucht. Danach brachte mich die Abi-Fahrt in die Provence. Während des Studiums traf ich Vertreter von politischen Jugendorganisationen aus Frankreich und den Niederlanden in Lille und Roubaix. Kürzlich besuchte ich dann den Weihnachtsmarkt in Straßburg.

Gründe genug, um auf der diesjährigen ITB in Berlin den Stand von Atout France zu besuchen. Dort treffe ich Monika Fritsch. Den Weg zu Atout France fand sie über ein Praktikum. Ursprünglich hat sie Hotelfachfrau gelernt und auch ein paar Jahre in diesem Beruf gearbeitet. Dann musste etwas Neues her und sie hat sich auf das Fach besonnen, das ihr schon in der Schulzeit viel Spaß gemacht hat: Französisch.

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Sie hat dann Romanistik studiert, war ein Erasmus-Semester in der Auvergne, hat im Anschluss eine Stelle in einer französischen Firma gesucht und bei „Maison de la France“ – wie die französische Tourismusorganisation damals noch hieß – gefunden.

 

Nicolo: Woher kommt Deine Leidenschaft für Frankreich?

Monika: Das fing schon zu meiner Schulzeit mit Brieffreundschaften in Frankreich an, gefolgt von gegenseitigen Besuchen. Und dann vor allem das Studium in Clermont-Ferrand: die Uni war gut, keine Frage, und man hat uns gequält mit Übersetzungen, zum Beispiel von Thomas Mann und Konrad Adenauer ins Französische – herrlich!

Altfranzösisch habe ich auch geliebt. Letztendlich bin ich dann aber immer mehr unterwegs gewesen und habe mir ganz Südfrankreich angesehen. Und jetzt im Job: ich hatte Jahre, in denen ich zehn Mal in Frankreich war, im letzten Jahr waren es noch vier Reisen. Aber ich muss ja auch mal was im Büro tun.

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Le Mont-Saint-Michel an der Normandie-Küste. (Quelle: Atout France, Robert Palomba)

Nicolo: Was sind Deine TOP 5 Sehenswürdigkeiten in Frankreich?

Monika: Zu meinen Top Sehenswürdigkeiten gehören auf jeden Fall der Eiffelturm von Paris und der Mont-Saint-Michel. Ebenfalls dazu gehört mittlerweile für mich auch Marseille. Dadurch, dass Marseille 2013 Kulturhauptstadt Europas war, gibt es hier zahlreiche neue Museen zu entdecken.

Eine meiner Top-Natur-Sehenswürdigkeiten ist die Dune du Pilat bei Arcachon. Dies ist die größte Wanderdüne Europas und bietet neben der wunderbaren Natur auch einen besonderen Ausblick auf den Atlantik. Ganz besonders sind auch die Regionen Provence und Bretagne. In ihrer Art sehr unterschiedlich – aber dennoch typisch französisch.

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Der Hafen von Marseille. (Quelle: Atout France, Cédric Helsly)

Nicolo: Was ist Dein Geheimtipp jenseits der ausgetretenen Tourismuspfade?

Monika: Mein Geheimtipp hängt mit der Natur zusammen. Es sind sogar zwei Geheimtipps. Zum einen ist das für mich die Insel Korsika. Die Insel bietet jedem Besucher auf engem Raum viele Möglichkeiten. Da sind zum einen die Berge, die teilweise noch bis in den Mai Schnee bedeckt sind. Sie sind aber auch ideal zum Klettern und Wandern. Hier empfehle ich den Fernwanderweg GR 20, der sich über die Bergkette über die ganze Insel zieht. Er wird aber häufig unterschätzt – also Obacht. Zahlreiche Gebirgsbäche laden zudem zum Baden ein.

Andererseits ist man auch schnell am Meer. Dort kann man entspannt an der Küste entlang fahren und die Panoramen genießen oder einfach am Strand baden. Zudem bietet Korsika viel Geschichte: Von Napoleon bis Barock. Die Altstadt von Bastia ist hierfür ein gutes Ausflugsziel. Man kann auf Korsika alles an einem Tag machen: Berge, Meer, Kultur und Geschichte. Nicht zu vergessen sind aber auch die besondere Gastfreundschaft der Korsen und ihre Herzlichkeit. Man muss es einfach mal erlebt haben.

Daneben ist auch die Auvergne ein kleiner Geheimtipp. Die Auvergne durchzieht eine 20 Kilometer lange Kette von Vulkanen, auf denen man hervorragend wandern kann. Der Puy de Dôme ist der größte unter den Vulkanen und bietet einen idealen Startpunkt für eine Wanderung. Da man dort mit einer Zahnradbahn hinauffahren kann. In eineinhalb Stunden ist man dann wieder zu Fuß im Tal. Dabei sieht man eine wunderbare Landschaft: sehr sanft, grün mit viel Wasser. Und hier gibt es keine Touristenmassen. Ideal ist die Region auch für Camper oder Familien.

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Wanderweg auf Korsika. (Quelle: Atout France, Robert Palomba)

Nicolo: Was ist Dein Lieblingsessen?

Monika: Da kann ich mich nicht auf ein Essen festlegen. Als Käse-Liebhaber kann ich aber den Maroilles aus dem Nord-Pas-de-Calais empfehlen – zum Beispiel zusammen mit Muscheln. Oder der Brocciu, der als „König der korsischen Käse“ gilt. Er wird vielfältig verarbeitet in Cannelloni, als Süßspeise oder mit Gemüse überbacken.

Wenn man selbst einen Käse kaufen möchte, um diesen aus dem Frankreich-Urlaub mitzunehmen, sollte man sich an einen Käsehändler wenden. Sie kennen einfach den richtigen Reifegrad für einen Käse. Ob der Käse mit dem Auto oder im Flugzeug nach Hause gebracht wird, macht ebenfalls einen großen Unterschied. Auf diesen achten die Käsehändler ebenfalls.

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Blick auf Puy en Velay in der Auvergne (Quelle Atout France, OT du Puy en Velay, J. Grimaud)

Nicolo: Was ist Dein Lieblingsrestaurant?

Monika: Das Restaurant von Anne-Sophie Pic im Rhone-Tal ist ein Muss. Sie ist eine kleine, energische Frau und bietet kreative, leichte Küche. Sie ist die erste Frau in Frankreich, die sich 3 Sterne erkocht hat – und obwohl sie ein richtiger Star ist, ist sie vollkommen normal und sehr zugänglich geblieben. Eine Begegnung mit ihr ist ein richtiges Erlebnis.

Sehr zu empfehlen sind auch die „Table d’hôte“. Ein Konzept, welches in ganz Frankreich verbreitet ist. Hier gibt es nur ein Menu mit Produkten aus der Region. Häufig befinden sich diese in alten Steinhäusern neben Hotels und B&Bs. Nebenbei bekommt man noch die Lebensgeschichten der Personen mit.

Nicolo: Was fasziniert Dich an Frankreich?

Monika: Die Vielfalt und die Gastfreundschaft. Die Regionen in Frankreich sind so unterschiedlich, dass einem nie langweilig wird. Ich war schon in allen Regionen und bin nun schon zehn Jahre in diesem Job tätig. Dennoch entdecke ich immer wieder Neues. Und wenn es exotisch werden soll, gibt es ja noch die Übersee-Departements Guadeloupe, Martinique, Französisch-Guayana, Réunion und Mayotte.

Nicolo: Ein Satz, der für Dich Frankreich am besten beschreibt?

Monika: Da ist der Satz von Charles de Gaulle treffend: „Wie soll ich ein Land regieren, in dem es mehr Käsesorten als Tage im Jahr gibt?“

Nicolo: Warum sollte ich Frankreich besuchen?

Monika: Zunächst: Es liegt in der Nähe. Von Deutschland ist es schnell mit dem Auto oder dem Flieger erreichbar. Dazu bietet es eine große Vielfalt an Landschaften, Natur, Kultur, Wein, leckeres Essen, Spezialitäten und und und. Und anders als man denkt, kommt man in ganz Frankreich mit wenig Französisch sehr gut durch.

Wer mehr über Frankreich als Reiseland wissen möchte, kann auf den Seiten vom Atout France vorbeischauen. Demnächst steht sicherlich auch etwas hier auf meinem Reiseblog.

Wenn Ihr Tipps für einen Besuch in Frankreich habt, dann schreibt einen Kommentar unter diesen Artikel. Ich würde mich freuen.

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