Donnerstag, Oktober 17

Die Wallfahrtskirche von Albendorf gehört zu den wichtigsten Zielen einer Niederschlesien Rundreise. Jedes Jahr kommen unzählige Besucher aus dem In- und Ausland hierher.

Lage

Der Ort Wambierzyce – so der polnische Name der Stadt Albendorf – ist ein Wallfahrtsort in Niederschlesien. Gelegen im nordöstlichen Teil des Heuscheuergebirges ist Wambierzyce ein Teil der Gemeinde Radków oder Wünschelburg.

Die Wallfahrtskirche Wambierzyce und der Kalvarienberg gehören zu den schönsten Reisetipps Polen. Der Ort ist die Anlaufstelle für unzählige Pilger, aber auch für Reisende, die das „Jerusalem Polens“ einmal in ihrem Leben gesehen haben möchten.

 

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Die Geschichte der Wallfahrtskirche

Nach der Legende soll die Marienwallfahrt in Wambierzyce bereits seit dem 13. Jahrhundert bestehen. Erste Zeugen dafür gibt es allerdings erst seit dem 16. Jahrhundert. Nach der Überlieferung erhielt ein blinder Bauer mit dem Namen Janko aus dem Ort Nieder-Rathen im Jahr 1218 nach einem Gebet vor der damaligen Marienfigur sein Augenlicht zurück. Weitere Wunder sollten folgen, und deshalb wurde im Jahr 1263 eine erste Wallfahrtskirche errichtet.

Um das Jahr 1400 herum war Albendorf die Filialkirche von Wünschelburg, für die kleine Gemeinde war ein eigener Pfarrer zuständig. Aufgrund steigender Zahlen der Wallfahrten wurde auf Anordnung des damaligen Grundherrn Ludwig von Pannwitz eine große Kirche aus Stein errichtet und im Jahr 1512 geweiht. In der Zeit von 1563 bis 1623 geriet die Wallfahrt in Vergessenheit, in dieser Zeit folgte man einem Geistlichen des Augsburgischen Bekenntnisses.

Erst um 1660 herum wurde die Tradition auf das Betreiben des Grundherren Daniel Paschasius wieder aufgenommen. Im Jahr 1679 wurde Albendorf zu einer selbstständigen Pfarrei erklärt. Sie deckte die Orte Kaltenbrunn, Nieder-Rathen und Albendorf ab, außerdem gehörten noch die Kolonien Leeden und Hirschzunge dazu.

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Die Kirche wurde durch einen Erweiterungsbau vergrößert, um den Bedürfnissen als Wallfahrtsort besser gerecht zu werden. Im Jahr 1695 begann der Neubau der Basilika, doch es dauerte rund 15 Jahre, bis der Bau des dreischiffiges Gebäudes schließlich fertiggestellt werden konnte. Am 12. Juli 1710 wurde der Bau geweiht.

In den Jahren 1716 bis 1721 stand der Bau der barocken Wallfahrtskirche mit den Namen „Mariä Heimsuchung“ in ihrer heutigen Form an. Zu diesem Zeitpunkt fiel die Entscheidung, hier einen Ort nach dem Vorbild Jerusalems zu errichten.

Deshalb trägt die Wallfahrtskirche Albendorf bis heute den Beinamen „Schlesisches Jerusalem“. Gestiftet wurde die Barockkirche von dem Grundherren Graf Franz Anton von Götzen. Er schuf das Bild der Wallfahrtskirche Albendorf, wie man es heute kennt.

Was kannst Du hier sehen?

Heute ist die Wallfahrtskirche Wambierzyce wohl der bekannteste Ort für Pilger in ganz Polen. Wenn Du eine Niederschlesien Rundreise machst, sollte diese Attraktion auf deiner Liste nicht fehlen. Schon der Zugang zur Kirche ist beeindruckend. Sie besteht aus einer breiten Treppe von etwa 50 Metern mit 33 Stufen.

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Jede Stufe symbolisiert ein Lebensjahr von Jesus Christus. Im Mittelpunkt der Kirche steht die Gnadenkapelle mit ihrer ovalen Form und dem Hochaltar. Über dem Altar und dem Tabernakel wurde ein Schrein mit einer gotischen Figur der Heiligen Mutter Gottes eingefügt. Gebaut wurde der Hochaltar mit der Kanzel von dem Bildhauer Karl Sebastian Flacker aus Wien.

Im Jahr 1936 erhielt die Kirche den Rang einer Basilika Minor. Sie bekam den Namen „Maria Muttergottes“ und ist bis heute die Beschützerin der Stadt Albendorf. Jahr für Jahr kommen vor allem Wallfahrer aus Mähren und Böhmen, aber auch aus anderen Regionen Polens und aus der ganzen Welt hierher, um die Albendorfer Madonna zu besichtigen.

An den Sonntagen im August ist die Wallfahrtskirche Wambierzyce ein besonders beliebter Anziehungspunkt für die Reisenden aus der ganzen Welt. Zu Maria Himmelfahrt am 15.08. und an den Wochenende davor und danach kommen die Pilger hierher, um die Albendorfer Gottesmutter zu sehen.

Die 28 Zentimeter hohe Statue steht bis heute in dem Ruf, Wunder bewirken zu können. Vor einigen Jahren wurde die Wallfahrtskirche Wambierzyce umfangreich restauriert. Allerdings sind nach wie vor einige Arbeiten nötig, sie werden mit Hilfe von Spenden finanziert.

Welche Attraktionen gibt es noch?

Direkt gegenüber der Wallfahrtskirche liegt der Kalvarienberg. Er wurde nach der Anregung von Daniel von Osterberg gebaut. Er hatte auf einer Pilgerreise ins ferne Jerusalem den Leidensweg Christi gesehen und wollte ihn in ähnlicher Form in Albendorf, dem Jerusalem Schlesiens, nachbauen.

Der Kalvarienberg liegt auf der anderen Seite des Baches Cedron. Über mehrere Treppe und Wege kommst du an insgesamt 45 Kapellen und Bildern vorbei. Sie alle sollen das Leiden und das Sterben von Jesus Christus symbolisieren.

Auf dem Berg siehst du die drei Kreuze aus Golgatha. Von dort aus führt der Weg nach unten bis zum Heiligen Grab. Vom Kalvarienberg aus hast du eine sehr schöne Aussicht auf einen Teil des Riesengebirges und auch Heuscheuer. In nördlicher Richtung siehst du die Bilder, die das Leben Jesu in mehreren Stationen zeigt.

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Sie ziehen sich über die gesamte Nordseite bis zur Basilika hin. Auch auf der südlichen Seite schließt sich eine Abfolge von Bildern an. Sie zeigen den Berg Sinai mit verschiedenen Mose- und Heiligendarstellungen. Am oberen Ende steht ein Standbild der Albendorfer Madonna.

Vor allem der Kalvarienberg ist der Grund dafür, dass man Wambierzyce schon früh den Namen des „Schlesischen Jerusalems“ gegeben hat. Im Jahr 2015 wurde der Kalvarienberg mit dem gesamten Kreuzweg renoviert. Unterstützt wurde das Projekt unter anderem von der damaligen Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.

Der deutsche Bundestag hatte gemeinsam mit dem polnischen Ministerium für Kultur und Nationalerbe beschlossen, dass dieser schöne Ort wieder ertüchtigt werden sollte, um die Bedeutung aufrecht zu erhalten, die ihm als kulturelles Erbe zusteht.

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