Hamburg Sehenswürdigkeiten – Das Venedig an der Elbe

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Ahoi! Diesmal nehme ich Dich mit in den Norden von Deutschland. Ich bin ziemlich gerne am Meer und atme die frische, salzige Luft der See ein. Zwar liegt Hamburg nicht direkt am Meer. Aber bei dem Möwengeschrei in der Stadt und dem maritimen Flair, das Hamburg versprüht, fühle ich mich schon nah dran. Wenn Du Dir in Hamburg Sehenswürdigkeiten anschaust, dann habe ich für Dich einige Tipps.

Außerdem erfährst Du in meinem Artikel

  • warum ausgerechnet religiöse Christen für die Entstehung des Rotlichtviertels verantwortlich sind,
  • von wo Du den besten Blick auf Elbe, Altstadt und Hafen hast
  • und an welchem Ort Du 21 Meter unter der Elbe stehen kannst. 

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Top 10 Hamburg Sehenswürdigkeiten und Tipps

1| Rathaus

“Libertatem quam peperere maiores digne studeat servare posteritas”. Diese am Rathaus befindliche Inschrift beschreibt den Geist dieser Stadt ziemlich treffend, wie ich finde: “Die Nachwelt achtet darauf, die Freiheit, die die Vorfahren geboren haben, würdig zu bewahren”.

Sowohl aus historischer Sicht, indem an die Größe der Stadt in den Tagen der Hanse erinnert wird, als auch mit Bezug auf die Gegenwart mit der Aufforderung, das über die Jahrhunderte Erreichte zu bewahren.

Schaue ich mir die 111 Meter breite imposante Fassade des Rathauses weiter an, finde sich dort weitere Highlights:

  • Skulpturen von 20 deutschen Kaisern,
  • das Mosaik der Göttin Hannona über dem Mittelbalkon
  • und den 112 Meter hohen Turm – der übrigens besichtigt werden kann.

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Architektur des Hamburger Rathauses

Selten haben die Hamburger auf ihre traditionelle architektonische Nüchternheit verzichtet: Eine Ausnahme davon war der Wiederaufbau des Rathauses im Jahr 1900, das 1842 durch einen Brand völlig zerstört wurde.

Für den Wiederaufbau, der 1886 begann, gaben sie den nüchternen “hanseatischen” Stil zugunsten einer markanteren Mischung aus Gotik, Barock und Neorenaissance auf.

Auch von der Größe her wollten die Hamburger bekräftigen, dass sie Geld zum Ausgeben und die kommerzielle Macht haben, um ihre Rolle als Stadtstaaten zu erhalten.

Das Rathaus ist Sitz der Hamburger Stadtverordnetenversammlung und des Senats, Institutionen, die die “Freie und Hansestadt Hamburg” regieren.

Hamburg Tipps: Im Rathaus gibt es 647 Räume, von denen einige besichtigt werden können. Die Führung solltest Du unbedingt machen. Es gibt viel zu sehen und wissenswerte Informationen über Hamburg.


2| Hauptkirche Sankt Michaelis

Ungefähr 500 Meter vom Rathaus entfernt befindet sich eine weitere Sehenswürdigkeit von Hamburg. Es gibt nur ein Denkmal, dem die Hamburger mehr verbunden sind als dem Rathaus: Es ist der evangelische Dom St. Michael, “Der Michel”, wie sie ihn liebevoll nennen.

St. Michaelis ist eine der schönsten Barockkirchen in Deutschland und mit dem Glockenturm schon immer das Wahrzeichen Hamburgs.

Es gibt zwei Gründe, warum Du diesen Ort besuchen solltest: Hier befindet sich ein Museum, das Funde, Bilder und andere dokumentarische Spuren des schrecklichen britischen Bombardements im Zweiten Weltkrieg zusammengetragen hat.

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Schönster Blick über die Stadt Hamburg

Der zweite Grund ist der imposante Glockenturm. Insgesamt 82 Meter hoch, zeigt der Glockenturm mit der Turmuhr mit einem Durchmesser von 8 Metern seit 1658 den Hamburgern die Uhrzeit.

Von dessen knapp über 70 Meter hoher Panoramaterrasse aus hast Du einen wunderschönen Blick auf die Stadt. Für den herrlichen Ausblick über Hamburg hast Du die Wahl, den Gipfel über die 453 Stufen oder mit einem bequemeren und schnelleren Aufzug zu erreichen.

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Tragik des Glockenturms

Der markante Glockenturm bot der englischen Luftwaffe tragischerweise einen einfachen Bezugspunkt für die Durchführung ihrer Bombardements.

Deshalb dient das Museum im Inneren der Kirche heute nicht nur der Erinnerung an die tragischen Ereignisse jenes Jahres, sondern auch als Warnung vor all den nationalistischen und potenziell kriegstreiberischen Tendenzen, die von Zeit zu Zeit in der europäischen Öffentlichkeit auftauchen.


3| St. Pauli und die Reeperbahn

Weniger als einen Kilometer von der Kirche Sankt Michaelis entfernt liegt St. Pauli, der Stadtteil, der für sein Rotlichtviertel weltberühmt ist.

Der Hafen und das Rotlichtviertel (Reeperbahn) waren das Lieblingsziel von Seeleuten aus aller Welt. Einst waren es die Seeleute, die tagelang im Hafen anhielten, heute Touristen aus aller Welt auf der Suche nach Vergnügungen: Denn auf dieser 500 Meter langen Straße gibt es mehr als nur Sex.

Es gibt eine große Anzahl an Bars, Kneipen und Restaurants. Über die Ruhe in diesem heißen Viertel wachen die Polizisten einer mittlerweile berühmten Polizeistation: die Davidwache.

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Religiöse gründen das “Ghetto” des Vergnügens

Den Ursprung verdankt das Viertel religiösen Protestanten. Sie wollten einst die anzüglichen Dienstleistungen und das lasterhafte Gesindel nicht über die Stadt verteilt sehen, sondern es auf das Hafengebiet beschränken.

Ob sie dies wohl heute noch machen würden, in dem Wissen, dass das Vergnügungsviertel jedes Jahr von mittlerweile 15 Millionen “Besuchern” angesteuert wird. Jeder auf der Suche nach seinem individuellen Vergnügen: Prostituierten, Bier oder Rockmusik.

Gut zu wissen: Zum Schluss noch eine Kuriosität: Auch die Beatles trugen wesentlich zum Ruhm von St. Pauli bei. Deren Karriere beginnt nämlich genau hier mit einer Reihe von Auftritten Ende der 50er-Jahre des letzten Jahrhunderts.

Hamburg fühlt sich dem Liverpooler Quartett noch immer stark verbunden, so sehr, dass es ihm eine Installation und einen Platz (an der Kreuzung zur Großen Freiheit) gewidmet hat.

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4| Hamburger Kunsthalle

Kommen wir zu einem ganz anderen Vergnügen: der Kunst. Für Kunstinteressierte gehört ein Besuch in der Kunsthalle zweifellos zu den lohnenswerten Aktivitäten in Hamburg.

Die Hamburger Kunsthalle ist die wichtigste Kunstgalerie der Hansestadt und besitzt aufgrund des Umfangs und der Qualität der ausgestellten Werke große Bedeutung in ganz Deutschland und Europa.

Die ständige Sammlung der Galerie umfasst eine Zeitspanne von etwa acht Jahrhunderten: vom Mittelalter bis zum 20. Jahrhundert, mit Werken von Künstlern aus allen Nationen des Alten Kontinents.

Um nur einige wenige Namen zu nennen: Lucas Cranach der Ältere, Francisco Goya, Giambattista Tiepolo, Manet, Monet, Rodin, Gaugin bis hin zu Munch und Picasso. Bei Deinem Besuch bekommst Du einen vollständigen Überblick über die europäische Kunst.

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5| Elbphilharmonie

Wie fast alle europäischen Großstädte hat Hamburg tief greifende Veränderungen erlebt, die dazu beigetragen haben, das gegenwärtige architektonische Erbe zu modernisieren.

Das Hafengebiet, insbesondere die HafenCity, stellt unter diesem Gesichtspunkt eines der erfolgreichsten Beispiele für den Stadtumbau dar. Imposantestes Beispiel hierfür ist die Elbphilharmonie.

Obwohl erst in jüngster Zeit erbaut, entwickelt sich die Hamburger Philharmonie schnell zu einem Wahrzeichen Hamburgs. Durch dieses der Musik verschriebene Gebäude hat Hamburg daher nicht nur eine beeindruckende architektonische Perle erhalten, sondern ein neues Wahrzeichen hinzugewonnen.

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Architektur der Elbphilharmonie

Die Elbphilharmonie mit ihrer Architektur ist eine Hommage an die Elbe. Es hat strukturelle Bewegungen, die die Wellen simulieren, und besteht aus Glasspiegeln, die mit den Farben des Wassers verschmelzen.

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Plaza: Traumhafter Ausblick auf Hamburg

Als ob die Philharmonie nicht schon von außen reizvoll genug wäre, halten auch die Innenräume viele architektonischen Überraschungen bereit. Das Gebäude beherbergt zwei Konzertsäle, ein Hotel und sogar einige Wohnungen.

Die Reise ins Innere ist ein Erlebnis: Eine 80 Meter lange, leicht gekrümmte Rolltreppe bringt die Besucher in den Bauch des Gebäudes. Die Plaza ist der zentrale Treffpunkt der Elbphilharmonie und bildet das Bindeglied zwischen dem einstigen Lagerhaus und dem darüber errichteten modernen Bauwerk.

Hier ist die Aussichtsplattform für die Öffentlichkeit zugänglich. Von der Plaza, 37 Meter über dem Boden, eröffnet sich dem Betrachter ein spektakulärer Panoramablick auf die Stadt und den Hafen. Ein Außengang führt um das gesamte Gebäude herum.

Du merkst schon: Dieses Highlight solltest Du Dir bei Deinem Besuch auf keinen Fall entgehen lassen.

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6| Speicherstadt

Wo ich gerade die Speicherstadt erwähnt habe: Die Speicherstadt erzählt die Seele Hamburgs und ist gleichzeitig ein wunderschönes Gebäudeensemble, welches es zu besichtigen gilt.

Es handelt sich um 17 Lagerhäuser, die zwischen 1884 und 1888 für die Lagerung von Waren aller Art gebaut worden sind: vornehmlich Gewürze, Kakao, Kaffee und Tabak.

Trotz der alliierten Bombardierungen Hamburgs von 1943 blieben die Speicher verschont  und konnten mit der Zeit renoviert und umgewidmet werden.

Wie in vielen anderen Städten mit historischen Häfen sind diese Lagerhäuser heute nur noch teilweise für den Handel bestimmt und es gibt immer mehr Platz für kulturelle Aktivitäten und Unterhaltung.

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Was kann man in der Speicherstadt machen und sehen?

  • Miniaturwunderland
  • Hamburg Dungeon
  • Speicherstadtmuseum
  • Spicy’s Gewürzmuseum
  • Afghanisches Museum Hamburg
  • Deutsches Zollmuseum
  • Internationales Maritimes Museum
  • Dialoghaus Hamburg
  • Automuseum Prototyp

So viel Vielfalt gepaart mit der hervorragenden architektonischen Erhaltung hat dem Bezirk den UNESCO-Welterbestatus eingebracht, der ihm im Sommer 2015 verliehen worden ist.

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7| Alster

Dank der Alster, die durch Hamburgs historisches Stadtzentrum fließt, haben sich in Hamburg zwei künstliche Seen gebildet: die Binnenalster und die Außenalster, auch Alstersee genannt.

Hamburg ist die Stadt mit den meisten Kanälen und Wasserstraßen in Europa, daher ist es unmöglich, nicht mindestens einen Nachmittag mit dem Boot auf dem Wasser zu verbringen.

Daher mein Tipp: Es gibt nichts Schöneres in Hamburg, als mit einem Boot die Alster zu erkunden.

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Die Alster ist ein 160 Hektar großer See mitten im Zentrum, umgeben von eleganten Hotels, Villen, kleinen Cafés, Promenaden und schönen Parks. Die Alster eignet sich daher hervorragend um ein Kanu, Tretboot, Ruder- oder Segelboot zu mieten.

Die Alster besteht eigentlich aus zwei Teilen: der Außenalster und der Binnenalster. Die Binnenalster ist der kleinere See in der Altstadt. Die Hamburger Stadtmauer verlief früher quer durch das Alstermeer und gab ihnen die Namen Binnen und Außen.

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8| Landungsbrücken

Die Landungsbrücken sind einer der beliebtesten Orte für Touristen in Hamburg. Von hier hast Du nicht nur einen tollen Blick auf den Hamburger Hafen, sondern kannst auch gleich eine Hafenrundfahrt und weitere Bootstouren auf der Elbe buchen.

Eine der Hamburg Sehenswürdigkeiten bei den St. Pauli Landungsbrücken ist der Pegelturm mit seinem markanten Uhren- und Glockenturm. Er erinnert mich eher an eine Kirche oder die Stadttürme belgischer Städte.

Bereits 1839 wurden die ersten Pontons der Landungsbrücken errichtet. Die schwimmende Anlegestelle diente ursprünglich zur Lagerung von Kohle. Mittlerweile ist sie nur noch eine touristische Attraktion mit einem breit gefächerten Angebot an Gastronomie, Rundfahrten und Hamburger Folklore.

Mein Hamburg Tipp: Nimm eine der öffentlichen Fähren und fahr zur Insel Finkenwerder. Übrigens, mit der Hamburg Card ist beispielsweise die Linie 62 kostenlos – denn die Fähren sind öffentliche Verkehrsmittel und in der City Card enthalten.

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9| Alter Elbtunnel: Tunnel unter der Elbe

Gleich neben den Landungsbrücken befindet sich der alte Elbtunnel. Der in nur drei Jahren erbaute und 1911 eröffnete Tunnel verbindet die Landungsbrücken mit dem Hamburger Hafengebiet. Er war hauptsächlich für die Hafen- und Werftarbeiter gedacht.

Es ist möglich den 400 Meter langen Elbtunnel zu Fuß oder mit dem Auto zu durchqueren. Mittlerweile nutzen ihn hauptsächlich Touristen, da er das heutige Verkehrsaufkommen von Hamburg nicht mehr bewältigen könnte. Dafür ist 1975 ein neuer Elbtunnel gebaut worden, der aber ebenfalls häufig an seine Grenzen stößt.

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21 Meter unter der Elbe spazieren

Hamburg Tipp: An einem sonnigen Tag solltest Du unbedingt durch den Tunnel auf die andere Seite der Elbe spazieren. Von dort ist der Blick auf die Hansestadt traumhaft schön. Das ein oder andere Astra Bier vom dort befindlichen Kiosk kann der Start in einen chilligen Abend werden.

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10| Planten un Blomen

“Planten un Blomen” befindet sich ganz in der Nähe der Alster und grenzt an zahlreiche Stadtteile von Hamburg. Der öffentliche Park ist tagsüber ein Ort der absoluten Entspannung.

Von Mai bis September sind farbenfrohe Konzerte mit Wasser- und Lichtspielen die Hauptattraktion des Parks. Bunte Springbrunnen und ein regelmäßig wechselndes Musikprogramm sorgen für eine angenehme Atmosphäre. Wenn Du den Park im Winter besuchst, gibt es sogar eine Schlittschuhbahn im Park.

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Ein kleines Stück Japan in Hamburg entdecken

Ich empfehle Dir bei Deinem Aufenthalt einen Spaziergang durch Planten un Blomen zu machen. Du kannst im alten Botanischen Garten mit den Tropengewächshäusern exotische Pflanzen entdecken. Der Rosengarten versprüht in der Blütezeit die unterschiedlichsten Düfte.

Das Highlight in Planten un Blomen ist der japanische Garten. Er ist der größte Garten dieser Art in Europa. Neben vielen asiatischen Pflanzen besitzt die traditionell angelegte Gartenanlagen sogar ein japanisches Teehaus an einem kleinen See. Absolut sehenswert.


Hamburg Sehenswürdigkeiten – mein Fazit

Das waren meine Top Sehenswürdigkeiten in Hamburg. Ein Wochenende reicht für die Hansestadt nicht aus und Du solltest lieber mehrmals nach Hamburg reisen, um auch die versteckten Sehenswürdigkeiten zu entdecken.

Hamburg ist eine der vielseitigsten Städte, die ich bereist habe. Natürlich liegt es in dieser maritimen Stadt nahe, Aktivitäten auf dem Wasser zu unternehmen. Eine Bootstour auf der Alster oder eine Hafenrundfahrt lohnen sich.

Neben dem maritimen Charakter ist Hamburg sehr grün. Auf Spaziergängen durch den Stadtpark, Planten und Bloemen oder den größten Friedhof Europas wirst Du neben einer erholsamen Zeit einige kleine Highlights entdecken.

Übrigens: Hamburg wird auch “Das Tor zur Welt” genannt. Und diese Stadt rühmt sich den Schlüssel für dieses Tor zu haben.

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