Donnerstag, Oktober 17

Auf meiner Rundreise durch Niederschlesien habe ich auch einen Zwischenstopp am Kloster Grüssau gemacht. Eine Highlight in Niederschlesien, das Du Dir bei Deiner Reise nicht entgehen lassen solltest.

Der mächtige Barockbau gilt als eines der schönsten Ausflugsziele in Niederschlesien: Kloster Grüssau lockt Jahr für Jahr unzählige Reisende an und darf daher auf meiner Liste der Reisetipps für Polen nicht fehlen.

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Reizvoll gelegen zwischen Wäldern, Wiesen und Feldern

Die Anreise nach Kloster Grüssau führt dich vorbei an weiten Wiesen und Feldern und durch das Ziedertal, eine der schönste Ecken des östlichen Riesengebirges. Rund sieben Kilometer entfernt befindet sich die kleine Stadt Landeshut, Schömberg ist etwa vier Kilometer weit weg, und Waldenburg ist nach 22 Kilometern mit dem Auto gut zu erreichen.

Das barocke Kloster der Zisterzienser zählt bis heute zu den wichtigsten und schönsten Sehenswürdigkeiten in ganz Niederschlesien und ist deshalb ein fester Bestandteil meiner Niederschlesien Rundreise.

Doch der sakrale Bau ist nicht nur aufgrund seiner Lage und seines beeindruckenden Barockstils beliebt. Das Kloster existiert bereits seit mehr als 700 Jahren und ist heute eine wichtige Wallfahrtsstätte.

Es ist ein Verdienst der dort lebenden Mönche und Nonnen, dass der Bau in früheren Jahrhunderte ständig erweitert und verschönert wurde. Das Zentrum der Anlage bilden die St. Josephs Kirche und die Marienkirche.

Geschichte von Kloster Grüssau

Das Zisterzienserkloster blickt auf eine lange und bewegte Geschichte zurück. Ursprünglich im 13. Jahrhundert als Benediktinerkloster gegründet, wurde es bald von den Zisterziensern übernommen.

Das 17. Jahrhundert schien Durch Kriege mit ihren schrecklichen wirtschaftlichen Folgen für die Bevölkerung geprägt zu sein. Verwüstungen, Seuchen, Krankheiten und Armut waren die Folge, unter der auch die Mönche zu leiden hatten.

Erst im späten 17. Jahrhundert sollte genügend Geld vorhanden sein, um die ersten Gebäude in ihrer heutigen Form zu errichten und im Lauf der Jahrhunderte stetig auszubauen und zu verschönern. Heute ist das Kloster wieder in der Hand der Benediktiner.

Drei Gebäude bilden eine Perle des Barock

Das Zentrum des Klosters besteht aus drei Gebäuden, die Du Dir bei einem Besuch unbedingt ansehen solltest. Die St. Josephs Kirche wurde zu Ehren der St. Josephsbruderschaft im Jahr 1669 gebaut.

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Erschaffen wurde sie im Stil des Barock von dem Maler Michael Willmann. Er gilt bis heute als der Rembrandt Schlesiens und als ein Meister der barocken Gestaltung.

Die Freskenmalerei in der Kirche geht auf seine beeindruckenden Künste zurück. Insgesamt 50 Bilder zeigen biblische Szenen, die die in wunderschöne Landschaft Schlesiens versetzt wurden.

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Die riesigen Bogenfenster erlauben eine beeindruckende Beleuchtung mit natürlichem Licht. Nicht weniger auffallend ist die Fassade, die einem geschweiften Giebel ähnelt. Sie wurde seinerzeit von einem ortsansässigen Baumeister namens Michael Klein entworfen. Kleine Nischen und Statuen scheinen die Fassade zusätzlich zu beleben.

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Abteikirche Mariä Himmelfahrt

Noch prächtiger ist die Abteikirche mit Namen Mariä Himmelfahrt. Das Gebäude entstand in seiner heutigen Form in der Zeit von 1728 bis 1735 und wurde auf dem Fundament einer fast zerstörten Kirche aus der frühen Gründerzeit der Klosteranlage errichtet.

Ein Stiftsbauer mit dem Namen Joseph Anton Jentsch aus Grüssau zeichnete für den Bau des monumentalen Werks verantwortlich. Von außen recht schlicht gehalten, offenbart sich die Schönheit der barocken Fassade erst auf den zweiten Blick. Künstlerisch geformte Skulpturen verzieren die Fassade, sie wurden von Bildhauern aus Prag entwickelt.

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Die ganze Fülle des Barock wird deutlich, wenn Du in das Hauptportal der Marienkirche kommst. Es ist zwar ziemlich klein, doch die prächtigen Fresken kommen hier sehr schön zu Geltung. Auch sie wurden von Michael Willmanns gemalt.

In der Kirche befindet sich auch die Fürstengruft aus dem Jahr 1738, sie ist die Grabstätte der Herzöge von Schweidnitz und Jauer. Im Inneren fällt die geschickte Kombination von Elementen aus dem späten Barock und dem Rokoko auf.

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Das Hauptgebäude von Kloster Grüssau solltest Du auf deiner Niederschlesien Rundreise ebenfalls besuchen, es liegt im gleichen Komplex wie die beiden Kirchen. Das Kloster ist aktiver Bestandteil der Diözese Liegnitz und ist bis heute eine Wallfahrtskirche. Die Benediktinerinnen, die die Abtei bewirtschaften, haben den Gebäudekomplex für die Öffentlichkeit geöffnet.

Weitere Reisetipps für Polen im Umkreis von Kloster Grüssau

Ganz in der Nähe des Barockklosters befinden sich einige schöne Baudenkmäler, die Du bei Deinem Besuch nicht verpassen solltest. Am Weiler Bethlehem gibt es eine Kapelle und ein auffälliges achteckiges Gebäude. Dabei handelt es sich um den Sommerpavillion des Abtes. Er liegt ein wenig abseits vom Ufer im Teich. Sehenswert ist auch der Weg von den Gebäuden der Abtei bis hin zum Weiler. Hier wurden 32 Kreuzwegstationen auf dem Kalvarienberg erbaut.

Der St. Annaberg ist ebenfalls einen Besuch wert. Von dem Berg und der Kirche St. Anne aus hast Du einen wunderschönen Blick über die Gegend. Von hier aus ist das Kloster Grüssau aus einer spektakulären Perspektive zu sehen, und auch die Aussicht über das umliegende Tal solltest Du nicht verpassen.

Der Barockstil macht das Kloster Grüssau zu einem Geheimtipp in Niederschlesien

Es ist vor allem die prunkvolle Bauweise, die das Kloster Grüssau zu einer Sehenswürdigkeit macht, die Du auf deiner Reise durch Polen und Niederschlesien besuchen solltest.

Seit mehr als 700 Jahren wird die Abtei von Mönchen bewohnt und bewirtschaftet. Bis heute hat sie sich zu einer Wallfahrtsstätte entwickelt. Im Jahr 1997 hat Papst Johannes Paul II hier eine Messe mit vielen 1000 Gläubigen gefeiert, um dabei das „Gnadenbild der Mutter Gottes“ zu krönen.

Für die Gläubigen ist das Kloster somit weit mehr als ein schöner Ausflugsort, den man mit der ganzen Familie besuchen kann. Neben den beiden Kirchen ist das Klostergebäude sehr sehenswert, hier bekommst Du einen interessanten Einblick in das heutige Leben der Nonnen.

In der Nähe des Klosters locken einige schöne Sehenswürdigkeiten, die deine Reise in diesen Teil des Riesengebirges ergänzen.

Eintritt:

  • Standard-Route: 12 Złoty (ca. 3,- Euro | Stand 2016)
  • Erweiterte Route: 20 Złoty (ca. 4,50 Euro | Stand 2016)
  • Audioguide gratis

Aufenthaltsdauer: 2 Stunden

Adresse: plac Jana Pawła II 1, 58-405 Krzeszów, Polen

Website

Öffnungszeiten:

  • Montag 09:00–16:00
  • Dienstag 09:00–16:00
  • Mittwoch 09:00–16:00
  • Donnerstag 09:00–16:00
  • Freitag 09:00–16:00
  • Samstag 09:00–16:00
  • Sonntag 09:00–16:00

Fazit zu meinem Besuch von Kloster Grüssau

Ich habe den Aufenthalt in der Klosteranlage sehr genossen und viele neue Eindrücke bekommen. Überrascht war ich ja schon bei der Ankunft. Hier mitten im flachen Land, fern von jeglicher Stadt taucht hier plötzlich die imposante Klosteranlage auf.

Die barocke Kirche ist ein echtes Juwel des Barock. Wenn man in einem Gebäude den Barockstil besonders gut nachvollziehen kann, dann gehört Kloster Grüssau dazu.

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