Mittwoch, Oktober 16

In Bremen bin ich immer wieder gerne. Die Hansestadt verbreitet ein maritimes Flair, das mich einfach immer wieder magisch anzieht. Für mich ist Bremen auch irgendwie die kleine Schwester von Hamburg – auch wenn die Bremer das natürlich ganz anders sehen. Aber dazu in diesem Artikel später mehr. Von meinen zahlreichen Aufenthalten in der Stadt habe ich Dir mal die Sehenswürdigkeiten in Bremen mitgebracht.

Aber zunächst einige Worte zur Stadt vorab, bevor ich Dir die sehenswerten Orte genauer vorstelle. Bremen hat eine lange Geschichte und dadurch in den einzelnen Jahrhunderten so einiges angesammelt, was wirklich sehenswert in der Stadt ist. Aber was sind eigentlich die Top Sehenswürdigkeiten in Bremen?

Sehenswürdigkeiten in Bremen

  • Rathaus
  • Bremer Stadtmusikanten
  • Marktplatz und Roland
  • Dom St. Petri
  • Böttcherstraße
  • Schnoorviertel
  • Kunsthalle
  • Universum
  • botanica und Rhododendronpark
  • Übersee-Museum

Hansestadt und wirtschaftliche Blüte

1358 tritt Bremen der Hanse bei. Das ist der Startschuss für eine lange Periode der wirtschaftlichen Blüte durch den Handel. Das Rathaus und die Bürgerhäuser um den Marktplatz herum sind noch stille Zeugen dieses Reichtums aus vergangenen Zeiten.

Einen gewissen Stolz haben sich die Bremer bis in die heutige Zeit erhalten. Das zeigt sich dadurch, dass Bremen nicht nur Stadt, sondern zusammen mit Bremerhaven ein ganzes Bundesland ist. Das kleinste zwar – aber immerhin.

Ein herzlicher Städtezwist

Viele benachbarte Städte pflegen eine mittlerweile folkloristische Zweitracht unter einander: Köln und Düsseldorf, Gelsenkirchen (Schalke 04) und Dortmund (BVB) oder Braunschweig und Hannover.

Bremen steht im Schatten der benachbarten Hansestadt Hamburg. So gibt es auch zwischen diesen beiden Städten einen amüsanten Städtezwist. Die Bremer gehen damit ganz sportlich um und sagen sich: “Hamburg ist zwar das Tor zur Welt. Aber Bremen hat den Schlüssel dazu” in Anspielung an den Schlüssel im Bremer Stadtwappen. Und genauso sympathisch wie dieser Spruch ist auch die Stadt Bremen.

Aber das soll jetzt erstmal an Geschichte und Geschichten reichen. Du bist sicherlich schon ganz neugierig auf die Sehenswürdigkeiten, die auf Dich in dieser schönen Stadt warten.

Du willst wissen, woher die Bremer Stadtmusikanten kommen, warum man Münzen in den Gulli wirft und was der Himmelssaal ist? Dann sollten wir mal starten – am besten am bereits erwähnten Rathaus.

1| Rathaus von Bremen

Wir starten mit unserer Tour zu den Sehenswürdigkeiten in Bremen am besten am Marktplatz. Denn hier gibt es in unmittelbarer Nähe gleich eine Reihe an sehenswerten Orten.

Die erste Sehenswürdigkeit ist auch gleich ein UNESCO Welterbe: Das Rathaus von Bremen. Seit 2004 trägt das Rathaus von Bremen zusammen mit einer anderen Sehenswürdigkeit diese Auszeichnung. Zu der später mehr.

Der Reichtum der Stadt zu Beginn des 17. Jahrhundert zeigt sich in der prächtigen Fassade des Rathauses. Das ursprünglich im gotischen Stil errichtete Gebäude wurde in dieser Zeit im Stil der Weserrenaissance umgebaut.

Prunkvolle Verzierungen und güldene Kammern

Das Rathaus ist der Höhepunkt des bürgerlichen Selbstbewusstseins gegenüber der Kirche. Haben früher nur die Kirchen die Marktplätze dominiert, so fällt in der Zeit des Bürgertums den Rathäusern diese Rolle zu.

Zwei Besonderheiten zeichnen das Bremer Rathaus aus: Es ist das einzige Rathaus aus dem Spätmittelalter, das die Kriege unversehrt überstanden hat. Zudem trägt es als einziges Rathaus auf der Welt die Auszeichnung als UNESCO Welterbe.

Führung durch das Rathaus von Bremen

Ebenso prachtvoll ist das Rathaus von Bremen auch im Inneren. Daher komm doch mal mit auf eine Führung durch das Rathaus. Ich habe eine solche Führung gemacht und bin danach noch begeisterter.

Mit dem Guide geht es in die Obere Rathaushalle, in der überall Kunstwerke zu entdecken sind. Zunächst beeindruckt mich aber die schiere Größe dieser Halle: 41 Meter lang, 13 Meter breit und 8 Meter hoch – und das alles ohne Stützen oder Säulen.

Ich weiß gar nicht, wo ich in dieser Halle als erstes hinschauen soll. Schließlich fällt mein Blick auf die Schiffsminiaturen, die von der Decke hängen. Wobei “Miniatur” hier auch wieder leicht untertrieben ist.

Danach wandert beim Blick von der prachtvoll verzierten Holzdecke zu den Portalen und den Wandgemälden. Auch ein Blick in separierte Güldenkammer wird mir gewährt, in der besondere Gäste empfangen werden.

Hier entfaltet das Rathaus mit Jugendstilelementen noch einmal die volle Pracht. Goldene Tapeten und Stühle schimmern um die Wette.

Empfehlung: Unbedingt machen! Mit der Führung kommst Du nicht nur in die Räumlichkeiten des Bremer Rathauses. Du erfährst auch viel über die 600 jährige Geschichte Bremens.

Zudem gibt es die ein oder andere Anekdote, die der Guide zum besten gibt. Bucht diese am besten schon im Voraus über die Webseite.

Obere Rathaushalle

„Schiffsminiatur“

Güldenkammer

Der Rathskeller von Bremen mit einigen Highlights

Während der Führung geht es auch in den Rathskeller. Hier befindet sich weltweit die größte Sammlung deutscher Weine. Sehr ungewöhnlich in dieser weinarmen Region, oder? Aber dies liegt am Reichtum aus der Hansezeit, durch den die Bremer Bürger und Händler auch den Rebensaft genießen konnten.

Dadurch ist der Bremer Weinkeller einer der ältesten in Deutschland. Schon der öffentlich zugängliche gastronomische Bereich ist sehenswert. Besonders die großen Fässer beeindrucken sehr. In einigen kann man in einem kleinen Separees ungestört den Abend verbringen.

Von meinem Walking Dinner in Bremen, welches mich auch in den Rathskeller geführt hat, berichte ich in meinem Beitrag Kulinarische Reise in Bremen und Bremerhaven.

Der Guide geht mit uns nun noch weiter in die Untergründe des Rathauses. Hier finden sich zahlreiche Weine, die bei passenden Temperaturen gelagert werden. Nun wird mir das ganze Ausmaß der Bremer Weinsammlung deutlich. Besonders beeindruckend ist die Schatzkammer.

Aber es geht noch mehr. Im Apostel- und Rosekeller lagern die ältesten Weine – allesamt noch trinkbar. Als sich die schwere Tür öffnet, steigt ein warmer Sherryduft in meine Nase. Die Kammern sind durch Kerzen auf den Fässern illuminiert, was dem Ganzen einen besonderen Moment gibt.

Am Ende der Kammer befindet sich das Highlight: Der älteste Fasswein Deutschlands – ein über 350 Jahre alter Rüdesheimer Wein aus dem Jahr 1653.

Verkauft wird er nicht und probieren dürfen leider auch nicht. Dies ist nur dem Kellermeister sowie dem amtierenden Bürgermeister vorbehalten. Ok, Queen Elisabeth durfte 1978 bei ihrem Besuch auch mal probieren. Bei der Führung bleibt es bei einem Blick auf das Fass. Immerhin!

2| Marktplatz und Roland

Kommen wir zur nächsten Sehenswürdigkeit in Bremen: Der Marktplatz ist das pulsierende Zentrum der Stadt. Von den Bremer Einwohnern wird er liebevoll die “gute Stube” genannt. Von hier aus kannst Du weitere Sehenswürdigkeiten der Stadt sehen.

Das Rathaus haben wir uns ja gerade angeschaut. Direkt am Rathaus stehen die Bremer Stadtmusikanten und etwas entfernt reckt der Dom die Türme in den Himmel. Wie ein Wächter steht der Roland auf dem Marktplatz. Doch ich möchte Deinen Blick erstmal auf eine eher unscheinbare Attraktion lenken: Das Bremer Loch.

Bremer Loch

Dieses wird auch gerne übersehen, wenn man nicht weiß, dass es das gibt. Man könnte meinen, dass es ein Gulli ist. Aber sobald man eine Münze einwirft erklingen Tierlaute. Und jetzt darfst Du mal raten, welche das sein könnten. Genau! Die der vier Bremer Stadtmusikanten.

Seit 2007 schallen die Tierlaute von Esel, Hund, Katze und Hahn über den Bremer Marktplatz, sobald eine Münze in die unterirdische Spendenbüchse fällt. Zu finden ist das Bremer Loch in der Nähe der Bremer Bürgerschaft – das ist dieses neumodische Gebäude, welches ein architektonischer Fremdkörper im Marktplatz-Ensemble ist.

Bremer Roland

Kommen wir nun endlich zum Bremer Roland. Als weiteres Wahrzeichen der Stadt eine der Sehenswürdigkeiten, die man in Bremen nicht verpassen sollte.

Neben dem Rathaus gehört er ebenfalls zum UNESCO Welterbe. Den Bremer Roland gibt es zwar nur einmal. Aber auch andere Städte haben Rolandstatuen, denn sie verdeutlichen, dass dieser Ort Stadtrechte besitzt.

Einmalig ist der Roland also nicht. Aber der Bremer Roland ist mit seinen 10,21 Metern der größte Roland, den es gibt. Über 600 Jahre steht er nun schon auf dem Marktplatz und verdeutlicht die Marktrechte und Privilegien der Stadt Bremen.

Haus Schütting

Bremer Roland

Bremer Loch

3| Bremer Stadtmusikanten

Die Bremer Stadtmusikanten sind das inoffizielle Wahrzeichen der Stadt Bremen und wahrscheinlich die bekannteste Sehenswürdigkeit in Bremen. Diese Skulptur bestehend aus Esel, Hund, Katze und Hahn zieht die Besucher magisch an.

Mir kamen sie viel kleiner als in meiner Vorstellung und den Fotos vor. Zudem stehen sie recht unscheinbar neben dem Rathaus. Nun denn, Bremen hat trotzdem mein Herz erobert.

Übrigens sind die Stadtmusikanten am Rathaus mittlerweile nicht mehr die einzigen in der Stadt. Künstler und Läden haben im Laufe der Zeit das Tier-Quartett für sich entdeckt. So gibt es in der Stadt auch weitere Ausführungen der Stadtmusikanten zu entdecken.

Bremer Stadtmusikanten – irgendwie habe ich mir die größer vorgestellt.

Wunsch geht in Erfüllung

Der Legende nach erfüllt sich ein Wunsch, wenn man die beiden Vorderhufe des Esels umgreift. Daher sieht dieser Teil der Skulptur auch aus wie auf Hochglanz poliert. Wichtig ist aber mit beiden Händen die Beine des Esels zu umfassen.

Denn aus Sicht der Bremer Bürger sagen sich ansonsten zwei Esel “Guten Tag!”, wenn man nur eine Hand nimmt. Also ich mag ja den Humor der Bremer.

Bei mir hat es übrigens geklappt. Nach meinem ersten Bremen-Besuch – inklusive Vorderbeineumgriff – folgten zahlreiche weitere Aufenthalte in Bremen. Beim ersten mal war ich übrigens von den Bremer Stadtmusikanten ziemlich enttäuscht.

Den meisten Besuchern sind die Bremer Stadtmusikanten bestehend aus Esel, Hund, Katze und Hahn bekannt. Warum aber auch eine Maus, eine tragende Rolle in Bremen spielt, erfährst Du bei der nächsten Sehenswürdigkeit in Bremen. Aber erst noch eine kleine Geschichte.

4| Dom St. Petri

Der Dom ist das von der Größe her dominierende Gebäude am Marktplatz von Bremen. Dadurch, dass er etwas abseits steht, gibt er dem wunderschönen Rathaus seinen Raum und beide Gebäude kommen zur Geltung.

Besonders abends ist das Ensemble am Marktplatz zusammen mit den umliegenden Bürgerhäusern ein echter Hingucker. Der Dom an sich ist eher profan gestaltet als so man anderer Dom, die häufig schon von außen mit opulenten Skulpturen protzen.

Dafür bietet der Dom einige kleine Überraschungen. Gehen wir doch mal hinein und schauen uns ein bisschen. Das gibt es das alte Chorgestühl, welches im 14. Jahrhundert von unterschiedlichen Künstlern geschaffen worden ist.

Auch die Epitaphe – steinerne Gedächtnistafeln – an den Pfeilern und Wänden zu Ehren verstorbener Würdenträger, die barocke Kanzel in der Mitte des Doms oder die insgesamt fünf Orgeln lohnen einen Blick.

Zwar sind die historische Fensterrosette und -verglasungen im zweiten Weltkrieg vollständig zerstört worden. Aber auch die modernen Darstellungen sind ein Hingucker.

Schließlich geht es dann noch einige Meter unter die Erde bei der Besichtigung der Ost- und Westkrypta. Wenn Du nicht ziellos durch den Dom laufen möchtest, empfehle ich Dir eine der Führungen.

Weitere Infos zum Dom und den Führungen

Dommuseum

Das Dommuseum macht seinem Namen alle Ehre. Denn es befindet sich wirklich im Dom. ausgestellt werden in einer kleinen aber interessanten Ausstellung kostbare Fundstücke aus den Bischofsgräbern des Doms.

Zudem erfährst du einiges über die Kirchengeschichte und das Leben in der Stadt Bremen der vergangenen Jahrhunderte.

Die Maus im Dom

Da war doch noch etwas mit einer Maus, oder? Genau! An einer der Säulen hat er an deren Ende eine kleine Maus in den Stein gehauen. Dieses Portal war eigentlich früher ein Eingang von außen in den Dom.

Die Maus sollte Hexen, Teufel und andere böse Wesen vom Betreten der Kirche abhalten. Findest Du die Maus im St. Petri Dom?

Dommuseum

Aufstieg auf den Turm Dom St. Petri

Was Du bei einem Besuch des St. Petri Doms in Bremen unbedingt machen solltest, ist der Aufstieg zur Aussichtsplattform des südlichen Turms. Zwar kann man hier nicht wie bei anderen Kirchenbauten außen am Kirchturm herumlaufen.

Dennoch bietet sich nach dem Aufstieg über die 265 Treppenstufen durch die Fenster ein toller Blick auf den Marktplatz und über die Dächer von Bremen. Zudem bekommst Du bei Deinem Aufstieg einen Blick auf die schweren, großen Glocken des Doms.

Kosten für den Aufstieg: 2,- Euro

3,- Euro Kombiticket mit Bleikellerbesuch

Die Tickets können an der Information im Dom bezogen werden.

Öffnungszeiten  

Bibelgarten im ehemaligen Kreuzgang

Außerhalb des Doms gibt es ebenfalls noch etwas zu besichtigen. Da ist zum einem der Bibelgarten im ehemaligen Kreuzgang auf der Südseite direkt am Dom. Dieser ist zwar klein, aber bietet trotzdem eine kleine Oase der Ruhe von den Geräuschen der Innenstadt.

Von den zahlreichen Bänken lassen sich über 60 Pflanzenarten betrachten, die schon in der Bibel erwähnt werden und in den mittelalterlichen Klostergärten zur Standardausrüstung gehörten.

Empfehlung: Im Sommer findet einmal im Monat eine kostenlose öffentliche Führung durch den Bibelgarten statt.

Dauer: ca. 1 Stunde

Kosten: 3,50 Euro für Erwachsene

Bleikeller

Vom Domgarten aus geht es einige Stufen hinab in den Bleikeller. Dieser ist eine kleine Sehenswürdigkeit für sich. Im Nebengebäude des Doms befinden sich seit 1984 mumifizierte Leichen von acht Menschen.

Der heutige Bleikeller war übrigens bis 1822 der Kohlenkeller. Auch ein wenig makaber die Leichen aus der Krypta hier zu platzieren und auszustellen.

Kuriosität Bleikeller: Von der Mumie mit dem geöffneten Mund hat man jahrelang angenommen, es sei ein vom Dach gestürzter Dachdecker. Untersuchungen im Jahr 1985 ergaben: Keine Knochenbrüche dafür aber ein Einschussloch in der Wirbelsäule. Wohl doch kein Dachdecker.

Aufenthaltsdauer: 15-30 Minuten

Eintritt: 2,- Euro

3,- Euro Kombiticket mit Turmaufstieg

Spuckstein

Ein kleines Highlight habe ich noch für Dich, das nicht direkt mit dem Dom zu tun hat, aber sich zumindest örtlich in domnähe befindet: Der Spuckstein auf dem Dom-Vorplatz.

Auf diesem etwa 20 mal 20 Zentimeter großen Stein ist das Spucken sogar ausdrücklich erwünscht. Denn das Spucken auf diesen Stein zählt in Bremen zu einem Ritual, bei dem die Verachtung über die Mörderin Gesche Gottfried ausgedrückt wird.

Man hat sie des Mordes an 15 Menschen mit Arsen überführt. An dieser Stelle wurde sie hingerichtet. Gleichzeitig war es die letzte öffentliche Hinrichtung in dieser Stadt. Der Spuckstein erinnert als ein der skurrilen Sehenswürdigkeiten in Bremen noch heute daran.

Bibelgarten

Bleikeller

5| Böttcherstraße

Wie Du sicherlich gesehen hast, kannst Du Dich im und rund um den St. Petri Dom von Bremen eine Weile aufhalten. Besonders bei Regen in Bremen bietet es sich daher an, den Dom auszusuchen.

Wir machen uns jetzt aber auf den Weg zur Böttcherstraße, die auch einige sehenswerte Stellen hat. Die Böttcherstraße ist für mich ebenfalls eine der Top Sehenswürdigkeiten in Bremen, durch die ich immer wieder gerne bei einem Besuch der Hansestadt gehe.

Noch bevor man die 110 Meter lange Straße vom Marktplatz aus betreten hat, sieht man von weitem das goldene Relief “Der Lichtbringer” von Gerhard Hoetger am Eingangsportal.

Mit der Böttcherstraße hat ein Mäzen aus Bremen ein ganz besonderes Kunstwerk hinterlassen. Der Bremer Kaffeekaufmann Ludwig Roselius ließ diese Gebäude in der Zeit 1922-31 im Stil des Backsteinexpressionismus in der Böttcherstraße schaffen.

Ich beschränke mich hier mal auf die Auflistung der Sehenswürdigkeiten in der Böttcherstraße und zeige Euch einige Impressionen meiner Besuche. Durch diese Straße müsst Ihr bei Eurem Besuch in Bremen gebummelt sein.

Sehenswertes in der Böttcherstraße

In der Böttcherstraße gibt es eine runde Mischung aus Kunsthandwerk und Ausstellungen, Museen und Genuss. Denn hier gibt es auch Speisen und Getränke aus regionaler Produktion zu genießen.

Haus der Sieben Faulen

Ungewöhnlicher Name für ein ungewöhnliches Haus. Der Begriff entstand durch sieben Bauernsöhne, die zu “faul” waren für die Strapazen der Landarbeit und in die Welt auszogen.

Doch kamen sie mit erworbenen Fähigkeiten wieder in die Stadt zurück. Jedoch wollte die Bevölkerung das nicht realisieren und so waren sie weiterhin die “Sieben Faulen”.

Viel liebevoll eingerichtete Läden beherbergt das Haus der Sieben Faulen und laden zum Stöbern ein.

In Gedenken an die Sieben Faulen gibt es den Sieben-Faulen-Brunnen im Innenhof des Gebäudes. Hier befinden sich auch vier Handwerksläden, die gar nicht faul, sondern ziemlich emsig Bonbons, Goldschmuck, Glaskunst und Seifen herstellen.

Paula-Modersohn-Becker-Haus

Das Paula-Modersohn-Becker-Haus ist eines der zentralen Gebäude in der Böttcherstraße – und eines der skurrilsten. Die Architektur beeindruckt durch einen expressionistischen Baustil.

Im Gebäude befindet sich das Paula Modersohn-Becker Museum, welches Werke der gleichnamigen Malerin zeigt. Es ist das erste Museum für eine Malerin.

Roselius Haus

Herzstück der Böttcherstraße ist das Roselius Haus. Es wurde zunächst als Verwaltungsgebäude der Roselius & Co. genutzt – aus dieser Firma ging dann 1906 die Kaffee HAG (Kaffee Handels Aktien Gesellschaft) hervor.

Das Gebäude ist in einem vollkommen anderen Baustil errichtet. Es ist von den architekten als Idealbild eines mittelalterlichen Bürgerhauses gestaltet worden. Im Gebäude befindet sich das Roselius Museum, welches Kunstwerke aus der Sammlung von Ludwig Roselius ausstellt.

Haus St. Petrus

Zwar ist auch das St. Petrus Haus mit rotem Backstein errichtet worden – allerdings im neogotischen Stil. Ein vorgelagerter Bogengang prägt die Außenfassade. Im Gebäude befindet sich das rheinländische Restaurant “Ständige Vertretung” und die Bar “Freytag”. Herzstück des Gebäudes ist der „Goldene Saal“, der für Veranstaltungen genutzt wird.

Haus des Glockenspiels

Hier ist der Name Programm. Zwischen den beiden Giebeln des Hauses befindet sich das besondere Glockenspiel, bestehend aus 30 Glocken aus Meißener-Porzellan.

Wann läuten die Glocken am Haus des Glockenspiels?

1. Januar – 31. März um 12.00, 15.00 und 18.00 Uhr

1. April – 31. Dezember zwischen 12.00 und 18.00 Uhr zu jeder vollen Stunde

Wie praktisch, dass gleich am Haus ein Uhr angebracht ist. So weißt Du genau, ob es sich lohnt noch ein wenig zu warten.

Im Gebäude befinden sich unter anderem die Touristinfo, das Atlantis Filmtheater und das Archiv der Böttcherstraße, welches mit einer Führung besichtigt werden kann.

Haus Atlantis

Das Haus Atlantis ist in Anlehnung an die versunkene Stadt entworfen worden. Das Gebäude wird heutzutage vom Radisson Blue Hotel benutzt. Sehenswert sind im Inneren das Treppenhaus und der Himmelssaal. Diese sind allerdings nicht öffentlich zugänglich. Als Hotelgast oder durch eine besondere Führung kannst Du Dir diese Highlights aber anschauen.

Robinson Crusoe Haus

Das letzte Haus beim bummel durch die Böttcherstraße ist das Robinson Crusoe Haus. Das Gebäude besticht durch eine interessante Architektur und wird garniert mit zwei dominanten Tierskulpturen.

Im Haus befindet sich – ganz passend für das Thema Abenteuer – u.a. eine Kaffeerösterei. In ehemaligen Kaba-Probierstube finden sich heute exotische und erlesene Röstungen. So spielt der Kaffee auch heute noch eine Rolle in der Böttcherstraße.

Schon bei der Planung war es übrigens das Ziel, diese Straße zu einer Touristenattraktion zu machen. Mission erfüllt würde ich sagen. Schauen wir uns nun eine weitere Sehenswürdigkeit in Bremen an – diese ist allerdings ungeplant zu einer geworden.

6| Schnoorviertel

Nachdem wir nun einige Zeit in dieser durch roten Backstein dominierten Straße verbracht haben, möchte ich mit Dir durch ein ganz anderes sehenswertes Viertel in Bremen ziehen: Das Schnoorviertel.

Der Schnoor oder eben auch Schnoorviertel genannt, ist das älteste noch erhaltene Viertel in Bremen. Und eben wir an einer Schnur reihen sich hier kleine gemütliche Häuser an der schmalen Altstadtgasse.

Hier und da geht ein kleiner Seitenweg ab, der zu einem urigen Hof mit Läden und Restaurants führt. Auch die schmalste Gasse von Bremen befindet sich hier im Schnoorviertel.

Neben den kleinen individuellen Geschäften und zahlreichen Einkehrmöglichkeiten gibt es auch zwei Museen im Schnoor zu besichtigen: das „Bremer Geschichtenhaus“ und das „Antikenmuseum“. Das kleine „Packhaustheater“ lädt zu Vorstellungen in das Viertel ein.

Wer in diesem urigen Viertel übernachten möchte, der findet im „Hochzeitshaus“ ein wunderschönes Hotel – nicht nur für frisch Verheiratete. Das Hotel ist einer der versteckten Orte in Bremen und mit nur einem Zimmer sicherlich das kleinste Hotel in Bremen. Es bietet aber über drei Etagen ausreichend Platz für einen romantischen Aufenthalt.

Bei meiner kulinarischen Reise durch Bremen und Bremerhaven bin ich auch im Schnoorviertel bei einigen Stellen fündig geworden. Welche Ziele sich lohnen findest Du in meinem Blogartikel Kulinarische Highlights.

7| Kunsthalle

Für Kunstinteressierte oder bei regnerischem Wetter ist die Kunsthalle in Bremen ein lohnenswertes Ziel bei einem Bremen Aufenthalt. Über 600 Jahre Kunstgeschichte sind in diesem – auch architektonisch sehenswerten – Gebäude ausgestellt.

Die Sammlung wird mit zahlreichen Wechselausstellungen über das Jahr bereichert. Ich habe mir bei einem Besuch der Hansestadt die Kunsthalle angeschaut und war begeistert von den ausgestellten Kunstwerken.

Allerdings ist die Ausstellung so umfangreich und vielschichtig, so dass Du die Fülle an Eindrücken bei einem Besuch nicht aufnehmen kannst. Daher bietet es sich bei einem Besuch der Kunsthalle an, sich nur auf einen Teil zu konzentrieren. Ist die Sonderausstellung von Interesse, hast Du noch ausreichend Zeit hierfür.

Die Kunsthalle liegt übrigens sehr gut am Rand der Altstadt in unmittelbarer Nähe zum Schnoorviertel. Getragen wird die Kunsthalle übrigens auch heute noch – ganz in alter hanseatischer Tradition – durch einen privaten Bürgerverein. All das macht die Kunsthalle für mich zu einer der Top Sehenswürdigkeiten in Bremen.

8| Universum Bremen

Für die nächste Sehenswürdigkeit in Bremen müssen wir eine kleine Tour machen. Denn das Universum Bremen liegt außerhalb der Innenstadt – sollte aber bei einen Bremen Besuch unbedingt besichtigt werden.

Wobei?! Was heißt hier besichtigt werden. Das Bremen ist mit einem Museum nicht zu vergleichen. Schon das Gebäude ist ein echter Hingucker. Wie ein silbrig, metallisch schimmernder Wal, der tief aus dem Ozean auftaucht sieht das Gebäude von außen aus.

Im Inneren wird Dir in drei Themenbereichen Technik, Mensch und Natur unsere Erde und alles, was mit ihr zu tun hat näher gebracht. Dies aber in einer multimedialen Atmosphäre, in der Du an vielen Stationen auch mitmachen kannst oder Dinge spürst.

Du kannst Dich an einer Station auf ein Sofa setzen und wirst spüren, wie sich ein Erdbeben mit unterschiedlicher Stärke in Deinen vier Wänden anfühlen würde – ohne das Dein Haus schrottreif ist.

Zahlreiche Stationen bieten Dir die Möglichkeit auf anschauliche Weise näher in die Phänomene unserer Erde und des menschlichen Körpers einzutauchen. Insbesondere mit Kindern und bei Regentagen ist ein Besuch empfehlenswert – Du kannst Dich hier auch als Erwachsener mehrere Stunden aufhalten.

Sonderausstellungen im Universum Bremen

Erwähnen möchte ich noch den Anbau. In diesem befindet sich nicht nur die Kasse, der Ticketshop und das Museum-Café. Hier werden auch die Sonderausstellungen präsentiert. Ich habe mir dort Ausstellung über “Schokolade” und das ”Fahrrad” angeschaut – sehr beeindruckend.

Neben dem Universum Bremen gibt es übrigens noch weitere Orte in Bremen, die sich für Fans der Wissenschaften sowie der Luft- und Raumfahrt lohnen. Diese findest Du in meinem Blogbeitrag über die Bremen Attraktionen für Raumfahrtfans.

9| botanica und Rhododendronpark

Einige würden die nächste Sehenswürdigkeit als Gewächshaus bezeichnen. Aber das ist für das botanika Bremen zu kurz gegriffen. Es ist eher ein grünes Science Center. Zunächst kannst Du durch die asiatisch gestaltete Pflanzenwelt laufen.

Auf Deinem Weg wirst auch an einigen Tiergehegen vorbeikommen – dazu mehr in der Infobox. Ein Highlight, welches Dich nach einiger Zeit zum Schwitzen bringt, ist die jährliche Sonderausstellung “Im Reich der tropischen Schmetterlinge”.

Hier herrscht tropisch-feuchte Luft. Die Brille beschlägt beim Eintreten sofort und es braucht eine Weile, bis ich wieder klar sehen kann. Dann eröffnet sich mir eine wahre Schmetterlingspracht, die Du Dir nicht entgehen lassen solltest.

Über 60 Schmetterlingsarten mit 700 Schmetterlinge fliegen an Dir vorbei oder setzen sich auf Deine Kleidung.

Der Weg durch angedeutete Tempelanlagen bringt Dich schließlich auch zu einem kleinen Tee-Pavillon, der zum Verweilen einlädt. Das plätschern des künstlich angelegten Wasserfalls lässt mich für eine Weile an diesem Ort entspannen.

Vielleicht ist Dir gleich hinter dem Eingang der goldene Buddha aufgefallen. Dies ist der europäische Friedens-Buddha. Auf jedem Kontinent soll auf Initiative des Dalai Lama ein Friedens-Buddha errichtet werden. Seit 2017 steht der Friedens-Buddha für Europa hier in Bremen in der botanika. Allerdings ist dies nur ein Warteplatz. Er bekommt ein eigenes Haus direkt neben dem botanika.

bremen-sehenswürdigkeiten-botanica-wissen

Rhododendronpark

Eingebettet ist die botanika in den Rhododendronpark von Bremen. Insbesondere in den Monaten Mai und Juni lohnt sich hier ein Spaziergang durch den Park. Dann stehen die Rhododendren in ihrer vollen Blüte und das bunte Farbenmeer wird Dich faszinieren.

bremen-sehenswürdigkeiten-rhododendronpark-brunnen

bremen-sehenswürdigkeiten-rhododendronpark-pergola

INFO: Tierhaltung im botanika Bremen

Ich bin kein Fan davon, Affen oder andere Tiere in Gefangenschaft zu halten. Daher findet Ihr auf meinem Blog auch selten bis gar keine Empfehlungen für Zoos, Tierparks oder gar Aquarien mit Tiershows oder ähnlichem.

Aber man muss sich manchmal auch die Geschichte dahinter anhören. Zwei der Affen sind aus einem Gartencenter, welches geschlossen worden ist. Eine Affendame stammt aus einem Zoo in Dänemark, weil sie dort von der Familie verstoßen worden ist.

Diese Tier können logischerweise nicht in Afrika ausgewildert werden und leben so zumindest in einer einigermaßen artgerechten Art und Weise.

bremen-sehenswürdigkeiten-botanica-weisshandgibbon

10| Übersee-Museum

Bei einer meiner Reisen nach Bremen habe ich mir mal das Übersee-Museum angeschaut. Was Ihr für Euren Besuch wissen müsst und ob sich ein Besuch lohnt, das erfahrt Ihr in meinem Blogbeitrag.

Allgemeine Infos zum Überseemuseum in Bremen

Das Übersee-Museum befindet sich ganz zentral neben dem Hauptbahnhof Bremen am Bahnhofsplatz 12. Es ist eines meiner Reisetipp/s Bremen. Geöffnet ist es außer montags, Heiligabend und Silvester täglich.

Das Museum bietet Führungen an, aber es gibt auch einen Audioguide an der Kasse. Ich nehme immer den Audioguide. Er hat den Vorteil, dass ihr nicht mit einem großen Pulk durch das Museum laufen müsst.

gebaeude-Übersee-Museum

Wenn Ihr den Blitz ausschaltet und die Kamera ohne Stativ nutzt, dürft Ihr grundsätzlich Eure privaten Fotos schießen. Mit dem Rollstuhl sind die Räume übrigens auch erreichbar.

Das Übersee-Museum in Bremen ist mehr als 100 Jahre alt und das Gebäude selbst steht unter Denkmalschutz. Neben ständigen Ausstellungen werden auch wechselnde Sonderausstellungen gezeigt. Der Eintritt kostet für Erwachsene im Jahr 2019 jeweils 7,50 Euro, das Kombiticket 11,50 Euro. Das Museum gibt verschiedene Ermäßigungen und günstige Familienkarten.

Was mir insbesondere gut gefällt ist, dass nicht nur die Sonderausstellungen jährlich wechseln. Auch die Präsentation der ständigen Themen wird immer wieder verändert und ergänzt.

Von der UNESCO wurde das Museum für die Dauerausstellung Erleben, was die Welt bewegt geehrt. Das Projekt gehörte zu der UN-Dekade mit Namen Bildung für nachhaltige Entwicklung.

Was wird im Übersee-Museum gezeigt?

Die ständigen Ausstellungen zeigen und erklären Kultur- und Lebensräume in Übersee. Dafür sind sie nach Kontinenten geordnet. Neben Amerika, Asien und Afrika sind auch die Habitate von Südsee/Ozeanien vertreten. Alles ist sehr übersichtlich und informativ mit Interaktionen gestaltet.

Erleben, was die Welt bewegt informiert auf sieben Pfaden über globale Themen wie Klimawandel, Kommunikation oder Migration. Du kannst hier an etlichen Mitmach-Stationen deine eigenen Standpunkte hinterfragen oder die kulturellen Blickwinkel erkennen.

Dazu kommen wechselnde Sonderausstellungen. Das waren im Jahr 2019 beispielsweise Antarctica und Hongkong Connection, beide bis Ende April. In der Hongkong Connection hat das Museum 40 Fotos und zwölf Objekte des Bremer Kaufmanns Johann Lauts aus dessen Zeit in Hongkong ab 1878 gezeigt.

Das Übersee-Museum in Bremen kombiniert seine Originalexponate gern mit Dioramen. In Schaukästen werden dabei beispielsweise für Tiere die Lebensräume in Kombination mit Fotos und Zeichnungen dargestellt.

antilopen-Übersee-Museum

zebras-Übersee-Museum

wuestenhund-Übersee-Museum

Echte Pflanzen ergänzen das Erlebnis des Habitats. Was das Museum so besonders macht ist auch das Einbeziehen des Besuchers. In den Eltern-Kind-Ecken gibt es mal etwas zum Ausprobieren, dort zum Nachbasteln oder Rätseln.

Was sind besondere Highlights?

Auch die Gesamtschau der Weltreligionen ist eine sehr gelungene Darstellung.

buddhas-Übersee-Museum

Fazit zu den Top Sehenswürdigkeiten in Bremen

Das waren meine Top Sehenswürdigkeiten, die ich Dir bei Deinem Bremen Aufenthalt empfehlen kann. Du kannst schon an diesen Sehenswürdigkeiten sehen, wie vielseitig diese Stadt ist. Dabei ist eine Vielzahl an Sehenswürdigkeiten bequem zu Fuß oder mit dem Rad erreichbar.

Mittelalterliche Viertel, reiche Bürgerhäuser oder kunstvolle Architekturstraße. Museen für Kunst, Natur oder Wissenschaft. Abwechslungsreiche Shoppingerlebnisse in der Innenstadt, Spaziergänge an den Ufern der Weser oder im Park. All das hat Bremen zu bieten.

Für die Sehenswürdigkeiten in der Innenstadt von Bremen benötigst Du nicht mal einen Stadtplan. Du musst nur die Spur aus der über 2.000 Stahlpunkte aus Messing und stahl auf dem Boden aufnehmen und wirst in einem schönen Rundgang zu allen Sehenswürdigkeiten in Bremen geführt.

Auch von der kulinarischen Seite wird Dich Bremen erfreuen. In meinem Blogbeitrag Kulinarische Reise in Bremen und Bremerhaven findest Du einige spannende Orte in der Stadt, wo es um den Genuss geht.

Raumfahrt-Fans finden in meinem Blogbeitrag Bremen Attraktionen für Raumfahrtfans interessante Stellen in Bremen, die Dich abheben lassen.

Schließlich habe ich noch einen Bremer nach seinen Insidertipps für Bremen gefragt, die Du in meinem Blogbeitrag Geheimtipps eines Einheimischen findest.

Leave A Reply