Die schönsten Fachwerkstädte in Deutschland

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Obwohl Fachwerkhäuser in mehreren europäischen Ländern zu finden sind, gelten die Fachwerkhäuser in Deutschlands schönsten Fachwerkstädten auch aus internationaler Sicht als einmalig. Ich stelle Dir die schönsten Fachwerkstädte in Deutschland vor.


Die schönsten Fachwerkstädte in Deutschland

Die meisten der deutschen Fachwerkhäuser stammen aus den Epochen der Romanik, Gotik, Renaissance und des Barock. Viele der Fachwerkstädte in Deutschland zählen nicht zu den großen Städten und liegen oft auch etwas abseits der bekannten touristischen Pfade.

Dies trifft vorwiegend auf die Ortschaften der Oberlausitzer Umgebindehausstraße oder auf die Strecke in Franken zu. Im Folgenden stelle ich Dir zwölf Fachwerkstädte Deutschlands vor, die entweder zu den attraktivsten ihrer Art gehören oder sehenswerte Besonderheiten dieses Baustils bieten.

Die Deutsche Fachwerkstraße

Mit all ihrer Faszination und ihren unterschiedlichen Ausführungen wird die traditionelle Handwerkskunst des Fachwerkbaus auf der Deutschen Fachwerkstraße erlebbar. Als Vereinigung im Jahr 1990 gegründet verläuft sie auf einer Länge von mehr als 3.500 Kilometern durch die einzigartigen Landschaften von acht Bundesländern.

Sie wird von ebenfalls acht regional verlaufenden Teilstrecken gebildet. Wer diese, zwischen der Mündung der Elbe und dem Bodensee verlaufenden Straßen erkundet, der wird neben den Zeugnissen deutscher Baugeschichte auch die Kultur der jeweiligen Bewohner, deren Brauchtum und nicht zuletzt regionale kulinarische Genüsse erleben.


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1| Quedlinburg

Im nördlichen Harzvorland befindet sich die einstige Königspfalz Quedlinburg, die heute zu den bedeutendsten Fachwerkstädten Deutschlands gehört. Die Stadt bietet sich ihren Besuchern als ein riesiges Freilichtmuseum dar, das den geschlossenen mittelalterlichen Grundriss bis heute bewahren konnte.

Rund um den historischen Stadtkern bietet Quedlinburg mehr als 2.000 Fachwerkhäuser aus acht Jahrhunderten. Ein Bummel durch das zum UNESCO-Weltkulturerbe gehörende Quedlinburg solltest Du am besten am Schlossberg beginnen. Von dort hast Du einen faszinierenden Überblick über die Stadt. Das Schloss und die Stiftskirche St. Servatius kannst Du dabei auf dem Schlossberg gleich als Erstes besuchen.

Beim Gang durch die kopfsteingepflasterten Straßen der Altstadt sind der mit Fachwerkgebäuden gesäumte Markt sowie das im 14. Jahrhundert erbaute Renaissance-Rathaus die Highlights. Sehenswerte Orte sind auch die Marktkirche sowie der bis 1965 bewohnte und zum Fachwerkmuseum umfunktionierte Hochständerbau aus dem 14. Jahrhundert.

Quedlinburg Tipps: Entdecke Eindrücke in meinem Artikel Top Quedlinburg Sehenswürdigkeiten


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2| Lüneburg

Niedersachsens Hansestadt Lüneburg zeichnet sich durch ein Stadtbild aus, das neben einer Vielzahl an stattlichen Bürgerhäusern, die mit gotischen Backstein-Treppengiebeln geschmückt sind, auch zahlreiche Fachwerkhäuser besitzt.

Aus ihrem Bestand ragen die Lüner Mühle und die Abtsmühle heraus. Beide liegen im historischen Hafenviertel und wurden im 16. Jahrhundert erbaut. Weitere Fachwerkhäuser sind neben vielen Backsteinbauten in der historischen Straße „An dem Meer“ zu finden.

Sie komplettieren das Gebäudeensemble des Stintmarkts, der sich im historischen Wasserviertel befindet und hier eine bekannte Kneipen- und Restaurantmeile bildet.


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3| Celle

Zu den attraktivsten Fachwerkstädten in Deutschland gehört für mich auch das etwa 1.000 Jahre alte, am Südrand der Lüneburger Heide gelegene Celle. Die Stadt verfügt über ein geschlossenes, von den Bomben des Zweiten Weltkrieg verschontes Stadtbild.

Neben Renaissance- und Barockbauten lockern zahlreiche Fachwerkhäuser das ansehnliche Stadtbild auf. Besonders attraktiv zeigen sich die in braun-gelben Tönen gehaltenen Fassaden der Häuser in der Zöllnerstraße, von denen einige die typische Auslucht, eine Art verzierten Fachwerkerker besitzen.

In vielen der denkmalgeschützten Häusern erwarten in den Erdgeschossen kleine Läden ihre Kunden. Als schönstes Fachwerkahus wird oft das in der Runde Straße zu findende Hoppener-Haus bezeichnet. Reich verziert zeigen sich dessen Schwellen, Ständer und Fußstreben. Als besonderes Kleinod zählt das den Französischen Garten schmückende Lusthäuschen von 1610.

Celle Tipps: Entdecke mehr Eindrücke in meinem Artikel Ein Tag in Celle


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4| Mühlhausen

Mit dem mittelalterlichen Charme seiner Altstadt zeigt sich die den Mittelpunkt Deutschlands beanspruchende thüringische Stadt Mühlhausen.

Obwohl es nicht zu den bekanntesten Fachwerkstädten Deutschlands zählt, überzeugt Mühlhausen mit seiner architektonischen Vielfalt, rund einem Dutzend mittelalterlicher Kirchen, den ansehnlichen Resten seiner gut erhaltenen, begehbaren Stadtmauer und nicht zuletzt mit seinen aus Stein und Fachwerk erbauten Bürgerhäusern.

Besonders auffällig zeigt sich das einem Mini-Amphitheater gleichende Brunnenhaus Popperode, das von klarem Wasser aus dem Stadtwald gespeist wird. Sein romantisches Aussehen hat schon vielen Brautpaaren als Kulisse ihres Hochzeitsfotos gedient. Weitere sehenswerte Fachwerkhäuser schmücken den Untermarkt Mühlhausens sowie die Holzstraße.

Mühlhausen Tipps: Entdecke mehr Eindrücke in meinem Artikel Top Mühlhausen Sehenswürdigkeiten


Die schönsten Fachwerkstädte in Deutschland - Einbeck

5| Einbeck

Umgeben vom Weserbergland und dem Harz zeigt sich Einbeck als eine sehenswerte Fachwerkstadt, die neben ihren, in der Kernstadt zu besichtigenden historischen Fachwerkhäusern auch die umfangreichste Oldtimersammlung Europas aufzuweisen hat.

Ohne zu übertreiben, kann die zusammenhängende Fachwerkhäuserzeile in der Tisdexer Straße als wunderschön bezeichnet werden. Entstanden im 16. Jahrhundert und liebevoll restauriert zeigen sich die Häuser mit ihren markanten Toreinfahrten und prächtigen geschnitzten Verzierungen und Ornamenten.

Weitere Highlights stellen das auf dem Markt zu findende Brodhaus mit seiner historischen Gaststätte, die ebenfalls den Marktplatz zierende Ratsapotheke mit ihrem roten „Ochsenblut-Anstrich“ sowie das, die in Einbeck beheimatete Blaudruckerei würdigende Ladengeschäft des Blaudrucks am Möncheplatz dar.


Schönsten Fachwerkstädte Deutschlands - Fritzlar

6| Fritzlar

Die als Dom- und Kaiserstadt bekannte nordhessische Stadt Fritzlar steht im Ruf, zu den schönsten Fachwerkstädten in Deutschland zu gehören. Einen besseren Beweis als seinen Marktplatz, der mit seinen Fachwerkhäusern als einer der besterhaltenen Marktplätze Hessens gilt, kann Fritzlar kaum liefern.

Aus dem Ensemble ragt mit seinen vier Geschossen und einem markanten Giebelturm das spätmittelalterliche „Kaufhäuschen“ heraus. Das Zentrum des Marktes bildet der als „Roland“ bezeichnete Renaissance-Brunnen, der bereits Mitte des 16. Jahrhunderts entstand.

Ein ähnliches Alter weist der als Museum fungierende Fachwerkbau des Hochzeitshauses auf. Mit seinem Renaissance-Portal ist es eines der größten Fachwerkhäuser in Hessen.


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7| Bamberg

Das auf eine tausendjährige Geschichte zurückblickende Bamberg gilt als ein Juwel in der Kunst- und Kulturlandschaft Oberfrankens. Umgeben von Klöstern, Kirchen und Schlössern lebt es vom Kontrast streng gotischer kirchlicher Bauten und dem lockeren Barock bürgerlicher Paläste.

Wenn Du Bambergs Rolle als eine der Fachwerkstädte in Deutschland zu sein erkunden möchtest, dann solltest Du eine Ausflugsfahrt in einem Kahn oder kleinem Ausflugsschiff auf der Regnitz unternehmen. Dann gleitest Du im Bereich von Oberer- und Unterer Brücke an den zahlreichen im Fachwerkstil errichteten kleinen Fischerhäusern vorüber, die teilweise bereits im Mittelalter errichtet wurden.

Markant sind ihre breiten Holzbalkone, auf denen früher die Fischer ihre Netze trocknen konnten. Beeindruckend sind auch das auf einer Brücke platzierte Alte Rathaus Bambergs und die aus Fachwerkflügeln bestehende Alte Hofhaltung, die heute das Historische Museum beherbergt.

Bamberg Tipps: Entdecke mehr Eindrücke in meinem Artikel Top Bamberg Sehenswürdigkeiten – Das Rom des Nordens


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8| Rothenburg ob der Tauber

Zu den bekanntesten Fachwerkstädten in Deutschland zählt zweifellos das im Norden Bayerns zu findende Städtchen Rothenburg ob der Tauber.

Umgeben von einer bestens erhaltenen Stadtmauer mit mehreren Türmen, Torhäusern und einem begehbaren überdachten Wehrgang gilt das als Plönlein bekannte Stadtviertel als eine der markantesten Sehenswürdigkeiten von Rothenburg.

Namensgeber des Viertels ist ein schmales Fachwerkhaus, vor dem ein kleiner Brunnen steht und das vom Kobolzeller Tor und dem höher stehenden Siebersturm umrahmt wird. Durch das viele hübsche Fachwerkhäuser bietende Viertel führen enge, kopfsteingepflasterte Straßen.

Besondere Anziehungskraft üben die Gerlachschmiede, das Ensemble des Marktplatzes sowie die Marien-Apotheke aus. Neben seinen Fachwerkhäusern bietet Rothenburg ob der Tauber mit dem Deutschen Weihnachtsmuseum und einem mittelalterlichen Kriminalmuseum zwei interessante, zum Besuch einladende Einrichtungen.


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9| Hildesheim

Die alte Bischofsstadt Hildesheim besitzt mit der vorromanischen Basilika St. Michaelis, dem Dom und dem Schloss Marienburg drei architektonische Highlights.

Daneben genießt die Stadt aber auch den Ruf einer Fachwerkstadt, der hauptsächlich durch das Ensemble des historischen Marktplatzes und die malerische Fachwerkzeile am Wall vor der Kulisse des Kehrwiederumturms entstanden sein dürfte.

Originalgetreu restauriert zeigen sich dabei das aus dem 16. Jahrhundert stammende Knochenhaueramtshaus, das Bächerantshaus von 1800, das Tempelhaus mit seinem Renaissance-Erker sowie das Wollenwebergildehaus.

Eines der schönsten Fachwerkhäuser in Hildesheim erwartet Dich mit dem 1606 in der Nähe des Godehardsplatzes errichteten Wernerhaus.

Hildesheim Tipps: Entdecke mehr Eindrücke in meinem Artikel Ein Tag in Hildesheim


10| Tübingen

Malerisch am Neckar gelegen zeigt sich die schwäbische Universitätsstadt Tübingen. Eines ihrer Prunkstücke ist das im Stil der Renaissance erbaute viergeschossige Rathaus, das in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts mit Sgraffito-Malereien versehen wurde.

Im Straßenbild der recht romantisch wirkenden Altstadt stößt der Besucher immer wieder auf sehenswerte Fachwerkbauten.

Einige säumen den Marktplatz der Stadt, einer ihrer größten befindet sich mit dem Nonnenhaus am Stadtgraben. Hier führt eine Außentreppe in einen Hausvorbau, der eine kleine Geigerwerkstatt beherbergt.

Das älteste Fachwerk eines Tübinger Hauses ist am Stiefelhof zu finden, der heute als Kinderhaus genutzt wird.


11| Bernkastel-Kues

So wie sich Bernkastel-Kues einen Namen als Weinstadt an der Mosel erobert hat, so locken die jährlich erwarteten zahlreichen Touristen auch ihre herrlichen Fachwerkhäuser in diese Kleinstadt. Besonders die historische Altstadt macht mit ihren Bürgerhäusern aus dem 16. und 17. Jahrhundert auf ihre architektonischen Schätze aufmerksam.

So herrscht am und um den Marktplatz mit seinem Michaelsbrunnen herum ein regelrechter Überschwang an Fachwerk, das mit seinen farbigen Fassaden sowie fantasievollen Schnitzereien und Figuren die Besucher von Bernkastel-Kues begeistert.

Als ältestes Fachwerkgebäude gilt das sich schmal und schief zur Seite neigende Spitzhäuschen, das bereits seit hunderten Jahren erfolgreich der Schwerkraft trotz. Die Adlerapotheke, das Heinzsche Haus, die Fachwerkhäuser am Alten Klosterhof und entlang der steil ansteigenden Kallenfelsstraße am Doctorberg gehören ebenfalls zu den schönsten Fachwerkhäusern der Stadt.


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12| Mondschau

Mondschau ist der Name einer der weniger bekannten Fachwerkstädte in Deutschland. Gelegen im Gebiet der Eifel und angrenzend an Belgien ist der Ort hauptsächlich für sein mittelalterliches Zentrum bekannt, das von Straßen und Gassen mit Kopfsteinpflaster durchzogen wird und schmucke Fachwerkhäuser sowie zahlreiche weitere denkmalgeschützte Bauten aufzuweisen hat.

Zu letzteren gehören die Burg Monschau und das als Haller bezeichnete Befestigungsbauwerk aus dem 13. Jahrhundert. Die Mehrzahl der Fachwerkhäuser stammt aus dem 19. und 20. Jahrhundert und zeichnet sich durch ihre hohen, schiefergedeckten, graublauen Satteldächer aus.

Ihre Obergeschosse erscheinen oft nach vorn auskragend. Besonders attraktiv zeigt sich das als Doppelhaus errichtete „Rote Haus“. Während eine Hälfte als Wohnhaus gestaltet wurde, diente die andere als Kontorhaus und Produktionsstätte des Eigentümers, der die Monschauer Tuchindustrie zur Blüte gebracht hatte.

Durch sein vorgeblendetes Ziegelgeschoss ist sein Fachwerk kaum sichtbar. Im Inneren ist eine freitragende, über mehrere Geschosse reichende, kunstvolle gestaltete Holztreppe zu bewundern.

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